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24.01.2006

Simbabwe und die Wahrheit

von Matthias Biskupek Thüringer Allgemeine

In Weimar fand jetzt wieder eine jener verdienstvollen PEN-Veranstaltungen statt, mit denen verfolgten Autoren geholfen werden soll.

WEIMAR. Das Writer-in-Peace-Komitee des PEN hatte unter dem Thema "Von der Gefährlichkeit der Wahrheit" eingeladen und ein halbes Hundert interessierte Weimarer konnte Rhodah Mashavave erleben, die derzeit in Darmstadt für ein Jahr ein Stipendium erhält.

Die junge Journalistin aus Simbabwe erzählte von ihrer Verfolgung unter dem schon paranoid zu nennenden Mugabe-Regime. Vielleicht hätten die Zuschauer an diesem Abend noch mehr wissen wollen, doch schickt sich Neugier nach offiziellem Ende?

Zur Veranstaltung war auch jener eine in Weimar lebende Mensch aus Simbabwe erschienen, ein Doktorand der Bauhaus-Universität. Er sprach nicht nur Shona, jene Sprache unter den vielen Simbabwes, die Heimatsprache Rhodahs ist; er erzählte auch, leider nur inoffiziell im Kreise der Veranstalter, von jenem ganz anderen Simbabwe, aus dem er 1988 aufbrach, um in der DDR, in Weimar, gemeinsam mit zwei Dutzend Landsleuten zu studieren. Ein Aufbruch aus einem Land, das an einem hoffnungsvollen Beginn stand, in dem Fähigkeiten und Wissen der weißen Farmer genutzt wurde, in dem vor dem Umbruch in Südafrika Versöhnung versucht wurde.

Ein Land, dessen Hoffnung damals Mugabe hieß. Von zwei Dutzend einstiger DDR-Studenten ist einer übrig geblieben, der offensichtlich eine glückliche internationale Architekten-Karriere ansteuert.

Von den vielen heute in Simbabwe verfolgten Journalistinnen und Journalisten gelang einer die Flucht - in den vorerst schützenden PEN-Raum.

Es gibt verschiedene Wahrheiten. Von Simbabwe kennen wir oft nicht mal die einfache.