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02.04.2011

Scherzers Hörbuch hilft "Tschernobylkindern"

von Frank Quilitzsch TLZ

Landolf Scherzer hat seine Reportage "Zwei Versuche, mich Tschernobyl zu nähern" jetzt auf CD gesprochen. Foto: ddp

Die Erde in der Ukraine strahlt noch immer. Landolf Scherzer hat seine Reportage "Zwei Versuche, mich Tschernobyl zu nähern" auf CD gesprochen. Der Erlös des Hörbuchs verhilft "Tschernobylkindern" zu einer medizinisch betreuten Kur in nicht verstrahltem Gebiet.

Erfurt. Es hat ihm keine Ruhe gelassen, und angesichts der Ereignisse von Fukushima kamen die Bilder wieder hoch - Aufnahmen vom Unglücksreaktor in Tschernobyl und das, was er in der strahlenbelasteten Umgebung zu sehen bekam. 2009 war der Schriftsteller Landolf Scherzer in die Ukraine gefahren, um zu erkunden, wie die Menschen mit den Folgen der Atomkatastrophe fertig werden. Das Erlebte übertraf seine schlimmsten Befürchtungen: "Tschernobyl wird niemals Geschichte sein", schrieb Scherzer in seiner Reportage "Zwei Versuche, mich Tschernobyl zu nähern". "Das Plutonium 239, das damals in die Luft geschleudert wurde, hat eine Halbwertszeit von 24 000 Jahren. Es liegt als Staub auf den Wiesen und Äckern der Ukraine und Weißrusslands."


Wie kann man etwas für die Menschen tun, die heute noch durch ihre natürliche Umwelt und über die Nahrungskette täglich der krebserregenden Strahlung ausgesetzt sind - vor allem für die Kinder? Zum ersten Mal hat Scherzer ein Hörbuch mit eigenen Texten besprochen. Der Autor möchte mit dem Erlös dieser CD strahlengeschädigten "Tschernobylkindern" helfen. Er unterstützt damit eine Aktion von SODI (Solidaritätsdienst International), durch die schon 5000 mit Radionukliden belastete Kinder einen dreiwöchigen, medizinisch betreuten Genesungsaufenthalt in nicht verstrahlten Gebieten verbringen konnten. 75 Euro kostet der Aufenthalt für ein Kind. Jeweils 6 Euro der CD helfen, dass viele "Tschernobylkinder" gesunden.

Tausende Menschen sind bereits infolge der Katastrophe von Tschernobyl gestorben, die sich am 26. April zum 25. Male jährt. Und das Leid für die betroffenen Menschen hört nimmer auf. Diese Erfahrung lässt auch für Japan Schlimmstes befürchten. "... Rund um Tschernobyl riegelte das Militär eine 30-Kilometer-Sperrzone ab, die niemand betreten darf", heißt es im Hörbuch. "In den Dörfern dieser Zone hoben Baggerfahrer Löcher aus, in denen sie die Holzhäuser versenkten und die sie danach zuschütteten. Anschließend durchstreiften Jagdkollektive die leeren Dörfer und erschossen die Menschen suchenden zutraulichen hochverstrahlten Katzen und Hunde. Und Soldaten trugen die verseuchte Erde ab. Und begruben Erde unter Erde ..."


Die CD kann für 7 Euro (zzgl. Versand) bestellt werden bei: SODI, Grevesmühlener Str. 16, 13059 Berlin, Tel.: (030) 928 6047