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01.04.2014

Scharfes politisches Kabarett in Krölpa

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Kabarett in Krölpa: Szene mit den Darstellern der Leipziger Pfeffermühle Miriam Hornik (von links), Frank Sieckel und Matthias Avemarg. Foto: Mario Keim

"Pfeffermühle" beschert der Pinsenberghalle wieder ausverkauftes Haus."

Krölpa. Politisches Kabarett vom Feinsten erlebten am Sonntag die Besucher in der ausverkauften Pinsenberghalle in Krölpa. Mit dem Stück "Glaube, Liebe, Selbstanzeige" gastierten Miriam Hornik, Frank Sieckel und Matthias Avemarg vor 190 begeisterten Zuhörern.

Schon der Titel verriet: Ohne Uli Hoeneß, dem aufgrund von Steuerhinterziehung verurteilten Unternehmer und Fußballfunktionär, kamen auch die Leipziger nicht aus. Und so drehten sich viele Szenen um das liebe Geld, wie die "Schulung für den geprüfte Steuerhinterzieher" im Finanzministerium. "Sie wissen schon, dass Sie in die Offensive gehen müssen, wenn Sie nicht so enden wollen wie Uli Hoeneß", lautete eine Botschaft. "Einmal oben, immer oben, da fällt man immer auf die Füße", hatten die Darsteller auf der Bühne als Kampfansage parat. Und wenn die Bundespolitiker die Steuern senken, dann zahlen die Reichen "aus Trotz", erst recht keine Steuer mehr. Die Bühne hatte an diesem Tag ihren Platz gegenüber dem eigentlichen Platz. Damit nutzten die Kabarettisten den Zugang zur Garderobe, um sich in der Bühnennähe schnell umzuziehen. Auch ohne Mikro waren Hornik, Sieckel und Avemarg, die von zwei Musikern begleitet wurden, bestens zu verstehen. Aufgrund des Podestes waren sie auch bis in die letzte Reihe optisch gut wahrzunehmen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Nicht nur die aktuellen Ereignisse um die Steuerhinterziehung wurden aufs Korn genommen, sondern auch Ehestreit, das Rentnerdasein und neben Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bundespolitik. Motto bei allen Szenen: "Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Sei 60 Jahren streut die "Mühle" ihren scharfen Pfeffer in das politische Zeitgeschehen. Sie gehört damit zu den ältesten und bekanntesten Kabaretts der deutschen Kleinkunstszene.

In der Kabarett-Hochburg hat die Presse das Stück "Glaube, Liebe, Selbstanzeige" gerade erst zum besten politischen Kabarett-Programm in Leipzig gekürt.

Damit sind die Protagonisten auch auswärts zu erleben, wie am Sonntag in Krölpa.

"Zwei Kabarettveranstaltungen pro Jahr sind fest im Plan", sagte Ralf Schönfelder, Projektmanager der Literatur- und Kunstburg Ranis und für das inhaltliche Programm in Krölpa zuständig. Doch es ist nicht nur Kabarett, das in Krölpa die Besucher anlockt, auch Konzerte, Lesungen und Diavorträge bescheren dem "Kulturort Schloss Krölpa" Zuspruch und damit immer mehr Stammgäste. Viele davon kommen aus der Region um Pößneck, andere inzwischen auch aus dem Nachbarlandkreis Saalfeld-Rudolstadt.