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12.06.2009

Rudi W. Berger nimmt es wieder mit der Jugend auf

von mko Ostthüringer Zeitung

Heute Poetry Slam im Raniser Winkel

Ranis (OTZ/mko). Der Raniser Winkel ist heute Abend wieder Schauplatz eines modernen Dichterwettstreits. Beim so genannten Poetry Slam der 12. Thüringer Literatur- und Autorentage stellen sich neun Autoren dem Publikum, das - wie vor einem Jahr beim ersten Wettbewerb dieser Art in der Burgstadt - mit der Stärke seines Beifalls den Sieger bestimmt. Beginn des literarischen Openairs ist um 19.30 Uhr. Bei schlechtem Wetter werden die teils international bekannten Performance-Poeten ihre Gedichte und Geschichten unterm Dach der Schmiede darstellen.
Geladene Wettbewerbsteilnehmer sind Frank Klötgen, die Dichterin namens Peh und Tommy Tesfu aus Berlin, die aus Erfurt stammende Franziska Wilhelm und Udo Tiffert aus Niesky in der Oberlausitz, der in Kabul geborene Sulaiman Masomi aus Paderborn und der in Paris geborene Ken Yamamoto aus Mainz, schließlich der aus dem vergangenen Jahr bekannte Zeremonienmeister Wehwalt Koslovsky. Mit den jungen Leuten nimmt es der 85-jährige Rudi W. Berger aus Langenwetzendorf auf, der wieder einziger Spontanstarter ist. Vorjahressieger Julius Fischer aus Leipzig, den Anke Scheller vom Literaturtage-Veranstalter Lese-Zeichen e. V. gern wieder in Ranis begrüßt hätte, sei leider verhindert.

In seiner Vorrede zum ersten Poetry Slam vor einem Jahr in Ranis hatte Wehwalt Koslovskydie Wurzeln solcher Dichterwettbewerbe bis zu Homer in die griechische Antike geführt. Die Slamer bringen ihre Texte live in Klubs und Kneipen, mittlerweile auch in Theaterhäusern und im Fernsehen dar. In Thüringen wird dieses literarische Großstadt-Format so langsam auch über Jena hinaus gepflegt. Die meist jungen Autoren lesen nicht nur oder tragen nicht nur vor, sondern interpretieren ihre Texte. Tonfall, Rhythmus, Mimik, Eigenarten - jede Geste zählt für das Publikum, das nach wenigen Minuten meist mit seinem Applaus über den Erfolg eines solchen Auftritts entscheidet. Dieses Genre hat es zu Deutschsprachigen Meisterschaften gebracht - bei der jüngsten Auflage in Zürich hat Anke Scheller auch die meisten Matadoren von heute Abend ausgesucht