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24.06.2013

Roger Willemsen und Bikertruppe bei den Literaturtagen in Ranis

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Er kam, las und begeisterte die Zuhörer: Roger Willemsen besucht vor seiner Lesung in Ranis das Würzgärtchen. Foto: Mario Keim

Der bekannte Moderator und Autor glänzt in Ranis. Auch ein Bikertruppe am Nachmittag findet Gefallen an den Literaturtagen.

Ranis. Dass sich ein Besuch der Literaturtage in Ranis und der Countryparty im nahen Oelsen nicht ausschließen müssen, zeigte die Bikertruppe "Freedom Riders" aus Fürth.

"Ich stand gestern noch als Musiker in Oelsen auf der Bühne", verriet Harley-Davidson-Fan Willie Knothe. Die Frage einer der Frauen in Motorradkombi, "Wo sind wir denn hier hingeraten?", löste sich rasch in Luft auf, nachdem die Franken den Framo-Oldtimer in Augenschein nahmen, den die Landfleischerei Lindig aus Dobian auf der Burg ausgestellt hatte. In die "Benzingespräche" mit Juniorchef Sebastian Lindig mischte sich Neugier rund um Ranis und seine schreibenden Gäste. Es sind die Begebenheiten, die oft unbemerkt von der großen Politik und in aller Stille stattfinden und Menschen in die Region locken, die von der hiesigen Herzlichkeit schwärmen.

Dazu zählt auch Roger Willemsen, der sechs Stunden später auf dem Burghof Ranis sein 2012 erschienenes Buch "Momentum" vorstellte, in dem er persönliche Erinnerungen beschreibt. Bevor der 57-jährige Publizist und Moderator las, ließ er sich ein Abendessen aus Dobian schmecken, das er unkompliziert auf einer Bank sitzend auf dem Schoß genoss. Kam ihm beim Betreten des Innenhofes noch der Satz "Mensch, ist das schön hier!" über die Lippen, so hatte es ihm beim Blick aus dem Würzgärtchen in Richtung Krölpa die Sprache völlig verschlagen. Starallüren Fehlanzeige.

Geschmeichelt fühlte er sich, als er vom Lokalreporter auf gute alte Fernsehzeiten mit der von ihm zwischen 1994 und 1998 wöchentlich moderierten Sendung "Willemsens Woche" angesprochen wurde. So unvergleichlich damals die TV-Interviews mit prominenten Künstlern und Politikern waren, so einzigartig war der Abend mit ihm am Sonnabend. Er "schwadronierte", wie er selbst sagte, erst einmal 45 Minuten, ehe er danach bis zur Pause las. Im zweiten Teil der zweistündigen Veranstaltung las er die meiste Zeit. Willemsen dankte dem gastgebenden Lese-Zeichen e.V. Seine Dankesworte an Anke Scheller, Projektmanagerin in Ranis, waren allein ein literarischer Meilenstein.

"Eine Granate, wie er erzählt. Und das völlig frei", schwärmte Manfred Baum aus Ranis. "Ich kannte ihn aus dem Fernsehen. Wir haben uns ganz spontan zum Besuch der Lesung entschieden. Man sollte immer etwas Neues ausprobieren und dabei einfach nur entspannen", sagte Sylvia Linke aus Krölpa. "Der Abend war kurzweilig und sehr amüsant."