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27.04.2006

Reiner Kunze in Suhl

Freies Wort

Lyrik und Musik

Für viele Suhler Lyrikfreunde erfüllte sich gestern Abend ein Traum: Reiner Kunze, einer der großen deutschsprachigen Poeten, kam zu einer Lesung nach Suhl. Mit ihm las Daniela Danz, eine junge Autorin, deren Namen man sich merken sollte.
SUHL ? ?Wort-Klang? war das Programm in der Stadtbücherei überschrieben. Suhler Musikschüler trugen auf ihre Weise bei, indem sie einen anderen wohltönenden Part hinzu fügten: Juliane Schmidt (Horn), Caroline Jahn (Querflöte), Almut Scholz und Philipp Spindler (beide Blockflöte) und Samuel Röpke (Posaune).

Diese exzellente Veranstaltung gehört zu einer speziellen Reihe, die von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gemeinsam mit dem Verein Lese-Zeichen bestritten wird und der Förderung und Verbreitung der Lyrik dient. In Suhl unterstützte auch die Rhön-Rennsteig-Sparkasse diese Lesung.

Daniela Danz (30 Jahre, geboren in Eisenach) und den 73-jährigen Reiner Kunze verbindet ein wunderbarer Umgang mit dem Wort. Für Kunze ist ?Das Gedicht der Blindenstock des Dichters? ? das Suchen und Ertasten des Nichtsichtbaren in der Welt der Sprache. Wie sensibel die beiden auf Suche sind, war in ihren sehr unterschiedlichen Vorträgen angenehm spürbar. Kunze mit leicht singender Stimme und knapp pointierten Versen, Danz mit weicher, behutsamer Artikulation und poesievollen Sprachbildern.

Für die Bibliothek gab es von der Rhön-Rennsteig-Sparkasse zum Schluss einen ordentlichen Stapel Lesezeichen, das Buchhaus verkaufte Bücher der Autoren, die sich die Besucher gern noch signieren ließen. (kle) Mehr demnächst im Feuilleton