Presse - Details

 
13.06.2014

Regelschüler finden im Weimarer "TextLabor" Wege zu Goethe

von Christiane Weber TLZ

hre eigenen Texte und Bilder präsentierten die Regelschüler aus Sömmerda und Niederzimmern im Gentz'schen Treppenhaus des Weimarer Stadtschlosses. Foto: Maik Schuck

Beherzt die einen, noch zaghaft die anderen stellten im Stadtschloss Fünftklässler aus Niederzimmern und Sömmerda beim Modellprojekt "TextLabor Weimar" Erfahrenes vor. "Dieser Tag in Weimar war für uns sehr interessant und aufschlussreich", betont Lea (11) aus der Regelschule Sömmerda.

Weimar. "In einfacher Form haben wir versucht zu malen und zu zeichnen, was Goethe wohl an seinen Reisezielen erwarten würde", berichtet ihre Mitschülerin Alina (11) bei der von Projektleiterin Veronika Spinner moderierten Präsentation.

Insgesamt acht Klassen aus Regelschulen nahmen beziehungsweise nehmen bis September noch an dem von der Klassik Stiftung Weimar mit dem Verein Lese-Zeichen ausgerichteten Pilotprojekt teil, das von der PwC-Stiftung Jugend-Bildung-Kultur gefördert wird. Rolf-Peter Stockmeyer, Leiter der PwC-Niederlassung Erfurt und Projektpate, hob die Nachhaltigkeit hervor. Ermöglicht werden solle Schülern eine kreative Begegnung mit literarischen Texten der Weimarer Klassik. "Es ist eine schöne Möglichkeit, jene zu erreichen, die vielleicht nicht ins Museum gehen können", betont Elke Kollar, Klassik Stiftung, die Multiplikatorwirkung. Natürlich sei es eine besondere Herausforderung, den Schülern altersgerecht einen Zugang zu vermitteln. Eingeschlossen in Vor- und Nachbereitung in der Schule ist immer ein Weimar-Tag, - die Schüler erkunden vor Ort die originalen Handschriften und werden in Schreibspielen bereits selbst aktiv. So recherchierten die Fünftklässler zu den jetzt behandelten Themen Reisen zur Goethezeit und Briefkultur bei Schiller im Goethe- und Schiller-Archiv und erfuhren, wie die alten Handschriften bewahrt werden.

"Es ist sehr gut gelaufen. Es hat allen sehr viel Spaß gemacht", konstatiert Sabine Warskulat, Klassenlehrerin der 5a, Einstein-Regelschule Sömmerda. Ihre Kollegin Petra Götting erfuhr, dass die Schüler nach einer vorsichtigen Anfangsphase Feuer und Flamme waren, als es ums Malen und Zeichnen und Schreiben eigener Geschichten und fiktiver Dialoge ging. So öffnet man schon den Jüngsten einen Zugang zu den Klassikern. Literatur wird dabei nicht als "fertiger Text", sondern als dynamischer Prozess verstanden.