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24.04.2010

Rapper und Schüler vertonen Nationaldichter neu

Katharina Strobel / 24.04.10 / OTZ

Ein außergewöhnliches Musikerlebnis gab es für Bad Lobensteiner Schüler im Kulturhaus. Als sie mit Begeisterung die „Ode an die Freude“ rappten, übertraf dies die Vorstellung derjenigen, die nicht glauben wollten, dass klassische Gedichte von Friedrich Schiller modern vertont werden können. In den Genuss dieser besonderen Musikdarbietung kamen Schüler der Förder- und Regelschule sowie des Gymnasiums. Eingeladen war Rapp-Künstler Doppel-U aus Jena. Das Programm stand unter dem Motto Rap macht Schule, mit dem Doppel-U unter anderem durch ganz Thüringen, Deutschland, Europa und Amerika reist. Mit nicht viel mehr als einem Laptop, einem Mischpult, einem Mikrophon und ein paar Boxen begeisterte der junge Mann das voll besetzte Kulturhaus. Der Künstler verband dabei alte, klassische Texte mit modernen Beats. Daneben kamen noch eigene Werke zur Aufführung. So erzielten bei den Schülern teilweise ungeliebte Gedichte eine ganz neue Wirkung. Das Programm ging über eine Stunde. Zum Finale bekam jeder Schüler einen Flyer, auf dem der Text der berühmten Ode an die Freunde stand. Doppel-U forderte dazu auf, fleißig mit zu rappen. Kaum einer konnte sich vorstellen, dass dies mit so vielen Leuten gelingen würde. Die anfängliche Skepsis wich schnell angenehmer Überraschung, da es weitaus leichter und besser klappte, als zunächst angenommen. Allerdings waren nicht alle anwesenden Schüler von dieser neuartigen Gestaltung der Texte Schillers angetan. Dadurch ließen sich die übrigen aber nicht verunsichern und unterstützen Doppel-U mit Freude.

Zum Schluss seines Programmes verteilte der Rapper noch fünf Freikarten für Mega-Rock, eine Sommerveranstaltung, bei der er wieder präsent sein wird. Dort hat der junge Mann aus Jena vor, mit ungefähr 13 000 Jugendlichen die Ode zu rappen und damit in das Guinness-Buch der Weltrekorde einzugehen. Die Thüringen-Tour von Doppel- U ist eine gemeinsame Veranstaltung von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und den örtlichen Sparkassen, sowie dem Lese-Zeichen e.V. aus Jena.