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29.01.2010

Raniser Stadtschreiber erhält Dramatikerpreis

Achim Stegmüllers bislang größter Erfolg
Ranis (OTZ/mko). Achim Stegmüller, der gegenwärtige Stadtschreiber von Ranis, erhält den Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2010 für Nachwuchsdramatiker. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung der Stiftung des Landes Rheinland-Pfalz für Kultur wird dem Raniser auf Zeit am 28. April vom Ministerpräsidenten Kurt Beck in Mainz verliehen. Darüber informierte der Lese-Zeichen mit Sitz in Jena.
Außerdem wird das preisgekrönte Stück "Als wir uns in Shanghai begegneten" in der Spielzeit 2010/2011 am Pfalztheater Kaiserslautern uraufgeführt, ergänzte Stegmüller in einem Gespräch mit OTZ. Das Werk sei in den vergangenen zwei Jahren entstanden und setze sich frei mit dem Thema "Familie in unserer Zeit" vor dem Eindruck auseinander, dass dieses Modell des menschlichen Zusammenlebens gefährdet sei.

"Laut Jury legt Stegmüller einen mutigen Entwurf vor, eine Familiengeschichte neu zu erzählen, von der es eigentlich nichts mehr zu erzählen gibt", heißt es in einer Veröffentlichung des Pfalztheaters Kaiserslautern. Aus den "Bruch- und Ersatzstücken all der gescheiterten Kernfamilien und Familienkerne lässt er sprach- und assoziationsgewaltig blühende Trümmerlandschaften entstehen, die sich im virtuosen Stilmix über die Tristesse des Alltags erheben, ohne das Tragische dabei zu verbergen", wird das Stück des Stadtschreibers beurteilt.
"Ich freue mich sehr", sagte der 32-jährige Heidelberger über die Auszeichnung. Bislang hatte er Lyrik, Prosa und ein Sachbuch ("Die schönsten Liebesszenen im Film", 2002) veröffentlicht. Der Preis sei sein bisher größter Erfolg als Schriftsteller. Als Dramatiker habe er ein weiteres fertiges Stück in der Schublade und am dritten arbeite er gerade, parallel zum angekündigten Ranis-Krimi (OTZ vom 30. November 2009), den er bald in der ersten Fassung abschließen will.
Bei der zu erwartenden bundesweiten Aufmerksamkeit werde er die Burgstadt nicht aus den Augen verlieren, gab Achim Stegmüller zu verstehen. "Ranis ist mir superwichtig", sagte der Stadtschreiber. Ende Februar/Anfang März will er hier wieder seines Amtes walten.
Der Else-Lasker-Schüler-Preis für Dramatiker wird mit einem Haupt- und einem Nachwuchsförderpreis alle zwei Jahre vergeben. Den Förder- bzw. Stückepreis erhielt in diesem Jahr neben Stegmüller auch die in Hildesheim lebende 26-jährige Deutschiranerin Azar Mortazavi. Der Hauptpreis ging an den 42-jährigen Roland Schimmelpfennig, dem in Berlin lebenden, zurzeit meistgespielten Gegenwartsdramatiker Deutschlands.
Der 1993 ins Leben gerufene Else-Lasker-Schüler-Preis ist der insgesamt höchstdotierte Dramatikerpreis Deutschlands. Er erinnert an die gleichnamige deutsche Dichterin jüdischen Glaubens, die 1869 bis 1945 lebte.