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21.10.2013

Raniser Schüler mit tollem Konzert

von Mario Keim Oethhüringer Zeitung

Der Rapper Doppel U singt zum Benefizkonzert mit den Raniser Schülern. Foto: Mario Keim

Ranis (OTZ). Träumen darf schon einmal erlaubt sein: Deshalb hatte sich Udo Lindenberg-Fan Maren Lindig den von ihr verehrten Musiker ernsthaft als Gast in ihrer Schule gewünscht. „Es ging gar nicht so sehr ums Geld, sondern vielmehr darum, dass er bereits für zwei Jahre ausgebucht ist“, sagte die Leiterin der Raniser Regelschule. Für Konstantin Wecker hätte wohl ein besonders großer Sponsor einspringen müssen, um dessen Auftritt zu finanzieren.

Auf Udo Lindenberg-Klänge mussten die 400 Anwesenden beim 75-minütigen Benefizkonzert am Freitag in der Turnhalle der Raniser Schule jedoch nicht verzichten. Schon beim Auftakt des Konzertes zum Ausklang der Projektwoche „Frieden - Toleranz – Courage“ erklang das Lied „Nein, sie brauchen keinen Führer“, das der selbst ernannte „Panikrocker“ gemeinsam mit Peter Maffay sang. „Nein, sie brauchen keinen Führer nein, sie können's jetzt auch alleine, nein, sie brauchen ihn nicht mehr, diese neuen Nazi-Schweine“, singt Lindenberg mit eindeutiger Botschaft. Es war ein Gänsehaut-Erlebnis, als der Chor unter Leitung von Maren Lindig „Die weißen Tauben sind müde“ von Hans Hartz anstimmte.
So mancher Besucher musste sich bei dieser emotionalen Darbietung wohl eine Träne verkneifen. 1982 kam für den Sänger mit der rauen Stimme damit der Durchbruch und alle Mitwirkenden auf der Bühne wussten genau, dass dieser Text heute so aktuell ist wie vor rund 30 Jahren. Das trifft ebenso auf den vom Chor gesungenen Lindenberg-Titel „Wozu sind Kriege“ zu, den der Sänger 1981 mit dem damals 10-jährigen Jungen Pascal Kravetz sang.

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte die Trommelgruppe des Kinder- und Jugendheimes, die auch zwei Tänzer in ihren Reihen hatte. Um Tanz ging es bei der Aktionskunst der Gruppe Darstellen und Gestalten. Die von Lehrerin Sylvia Seidel betreute Gruppe bot einen ausdrucksstarken Tanz und hatte auf Tafeln Botschaften als Absage gegen Krieg und Wettrüsten vorbereitet. Zum Schluss verteilten die Schülerinnen Friedenstauben auf der Bühne und im Publikum.

Ganz gleich, ob Udo Lindenberg oder Konstantin Wecker: Der Rapper Christian Weirich alias Doppel-U bewies in der vergangenen Woche und zum Benefizkonzert, dass er alles andere als ein Ersatz war. Es war erstaunlich, wie er die Regelschüler ab der fünften Klasse mit eigenen Reimen zu Höchstleistungen brachte. Getreu dem Motto „Rap macht Schule" motivierte er die Kinder und Jugendlichen zu erstaunlichen Darbietungen. „Es ist toll, was für Texte die Kinder geschrieben haben. Und auch Kinder, die sonst eher ruhig sind“, war Sylvia Seidel, Lehrerein für Kunsterziehung, begeistert. Zu verdanken ist das Engagement von Doppel U, der fünf Tage mit 30 Schülern arbeitete, dem Verein Lese-Zeichen e.V. und der Unterstützung durch die Kreissparklasse Saale-Orla.
„Das war ganz toll. So etwas kann eine einzelne Unterrichtsstunde gar nicht leisten“, fand Anke Schmidt, Referentin im Staatlichen Schulamt Ostthüringen, für das Projekt anerkennende Worte. „Die Projektwoche ist eine schöne Geschichte. Es ist interessant für die Kinder und ermuntert sie, Nachrichten viel aufmerksamer zu hören oder zu sehen“, sagte Vater Jens Käding aus Wernburg.

Eine Woche lang hatten sich Kinder und Jugendliche der Regelschule Ranis in verschiedenen Gruppen der Projektwoche „Frieden - Toleranz – Courage“ gewidmet: Es gab Vorträge und Möglichkeiten zum Diskutieren und Radio moderieren, Basteln, Kochen und mehr. Auch war es den Schülern möglich, in anderen Gruppen zu schnuppern. Der Erlös des Benefizkonzertes kommt dem Förderverein der Schule und einem Projekt der Schüler zugute.