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09.11.2012

Ranis Vorreiter bei Autorenförderung

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Stadtschreiber Christian Wöllecke und Vorgängerin Carola Gruber

Neuer Stadtschreiber der Burgstadt Christian Wöllecke führt Blog im Internet ein. Carola Gruber verabschiedet sich mit der Buchpremiere von Stoffelhoppels Untergang.

Ranis. Die Stadt Ranis bleibt in Thüringen bei der Förderung von Autoren auch künftig in der Vorreiterrolle. "Inzwischen gibt es in vielen Städten ein derartiges Amt. Wir waren die erste Stadt, in der ein solches Stipendium vergeben wurde", erinnerte der Raniser BürgermeisterAndreas Gliesing (CM/Gewerbeverein) am Mittwoch. Zukünftig werde der amtierende Stadtschreiber im Internet ein Tagebuch, einen sogenannten Blog, schreiben. Damit beginnt Christian Wöllecke, der vorgestern im voll besetzten Gasthaus Zur Schmiede als Nachfolger von Carola Gruber vorgestellt wurde. Der Wahl-Berliner, der lange in Thüringen wohnte, hat in diesem Medium bereits praktische Erfahrungen gesammelt.

Carola Gruber stellte ihr Buch "Stoffelhoppels Untergang" vor. Die elf Erzählungen mit Bezug zu Ranis und der Umgebung sind während ihres 100-tägigen Aufenthaltes in der Burgstadt zwischen März und Mai entstanden. Drei Geschichten daraus stellte sie vor, darunter den Text, der dem neuen Buch seinen Namen gab. Dabei handelt es sich um die "revolutionären Abenteuer" eines Stadtschreibers in Ranis.

Das Vorwort hatte sie nachträglich während ihres dreimonatigen Aufenthaltes in Windhoek(Namibia) verfasst. Auf dem afrikanischen Kontinent arbeitete die 29-Jährige aus Münchenvon Juli bis Oktober bei einer deutschsprachigen Zeitung. "Ich bewundere ihren Mut, ins Ausland zu gehen", fand Gudrun Kulpe, 86-jährige Besucherin der Lesung, anerkennende Worte.

Der 28-jährige Autor Christian Wöllecke stellte anschließend seine Erzählung "Ins Weltall (Erwin Töppels letzte Reise)" vor, mit der er sich zuvor erfolgreich um die Stelle als Stadtschreiber beworben hatte.Helmut Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saale-Orla, freut sich bereits auf den Blog und den damit verbundenen Austausch zwischen Autor und Lesern. "Mit dieser Form wird das Profil des Stadtschreibers weiterentwickelt. Damit erreichen die Aktivitäten in Ranis eine überregionale Reichweite und noch mehr Aufmerksamkeit", ist sich Helmut Schmidtsicher. Das Kreditinstitut stiftet seit mehreren Jahren das Stipendium für die Stadtschreiber. Der Geldbetrag in Höhe von bisher 1500 Euro soll angehoben und die Präsenz des Autors im Ort von 100 auf 120 Tage erhöht werden.Die Pößnecker GGP Media GmbH finanziert seit 1998 die Herstellung eines Buches, das jährlich mit dem Amt verbunden ist und in der Edition Ranis erscheint.