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18.09.2003

Ranis soll kulturpolitisches Signal für Thüringen setzen

von Marius Koity Ostthüringer Zeitung

Vier Partner wollen gemeinsam das Museum auf Burg Ranis erhalten

Der Saale-Orla-Kreis, die Stadt Ranis, die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit Sitz in Rudolstadt und der Förderkreis Burg Ranis e. V. haben sich verpflichtet, gemeinsam das Museum auf Burg Ranis zu erhalten. Eine entsprechende Vereinbarung haben am Dienstagabend auf der Burg Landrat Frank Roßner, Bürgermeister Andreas Gliesing, Siftungsdirektor Dr. Helmut-Eberhard Paulus und Vereinsgeschäftsführer Siegfried Schmidt unterzeichnet. Der Vertrag ist bis zum 31. Dezember des Jahres 2008 verbindlich.

Das Museum gilt als Herzstück der Burg. Die Stadt Ranis kann sich die Trägerschaft des Museums jedoch nicht mehr leisten. In der Folge würde die Stiftung als Eigentümerin der Burg nicht nur die kulturellen Aktivitäten auf der Burg stoppen, sondern auch die Instandsetzung der Anlage abbrechen müssen. Dabei stellt die Anlage ein kulturgeschichtlich wertvolles und erhaltenswertes Gut von überregionaler Bedeutung dar, sind sich die vier Partner einig. Das Museum sei durch die Seismologische Abteilung sogar von internationalem Rang. Deshalb wollen die vier Partner mit einem kurz-, mittel- und langfristigen Programm, das in der Vereinbarung recht detailliert fixiert ist, den Betrieb des Museums sichern. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit u. a. mit dem Lese-Zeichen e. V. Jena, mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Artenschutzzentrum Thüringen in Ranis ausgebaut werden.

Dem Maßnahmenprogramm zufolge sollen einige organisatorische Schritte zu einem effektiveren Betrieb auf der Burg führen. Geprüft wird eine "moderate Erhöhung des Eintrittspreises", so die Vereinbarung, die diese Aufgabe der Stadt Ranis erteilt. Personell ist weiterhin das ehrenamtliche Engagement des Förderkreises gefragt, fachliche Unterstützung soll es vom Schloss Burgk geben. Die Erarbeitung eines tragfähigen Konzeptes für das Museum und die Fortführung der Sanierung der Burg sind ebenso festgeschrieben. Mit weiteren Investitionen ist allerdings frühestens 2005 zu rechnen, so die Vereinbarung.

Das Dokument sagt jedoch kaum, wie das Maßnahmenprogramm finanziert werden soll. Diese Frage sei bewusst ausgeklammert worden, da keiner der Partner heute wisse, welche Mittel ihm zur Verfügung stehen werden, sagte gestern Michael Siegmund, Kultur-Fachdienstleiter im Landratsamt des Saale-Orla-Kreises. Jeder Partner werde sich um Fördermittel bemühen und die selbst gestellten Aufgaben im Rahmen seiner Möglichkeiten finanzieren.

Dr. Helmut-Eberhard Paulus stellte am Dienstagabend einen Wandel in Ranis fest. Vor rund zehn Jahren habe man noch größten Wert auf die "Autonomie" des Museums gelegt. Mittlerweile habe es einen "Lernprozess" gegeben und man habe gemerkt, dass Autonomie auch Alleinsein heißt und nur "Gemeinsamkeit eine Basis für die Burg" sei. Durch die Zusammenarbeit mit dem Museum Schloss Burgk müsse das Museum Burg Ranis sein Selbstverständnis nicht aufgeben, vielmehr könnten sich beide Häuser gegenseitig befruchten. Burgk und Ranis seien ein "positives Beispiel der Konzentration in der Museumslandschaft", sagte Dr. Helmut-Eberhard Paulus, und so hofft er, dass von Ranis ein "kulturpolitisches Signal" für Thüringen ausgeht.