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23.11.2006

Plambaum in Thüringen

von Heinz Stade Thüringer Allgemeine

Die Thüringische Literarhistorische Gesellschaft Palmbaum, die auch die gleichnamige Literaturzeitschrift herausgibt, lädt am kommenden Wochenende zu ihrem Jahrestreffen nach Rudolstadt ein.
THÜRINGEN. Äußerlich hat sich das Literaturjournal Palmbaum längst von einst klassisch verstaubter Gestaltung verabschiedet. Auch das jüngste Heft zieht die Blicke schon durch den form- und farbgrellen Umschlag auf sich, den Dieter Weidenbach zum Titelthema "Literatur im Krieg" schuf.

Die 200 Seiten im Inneren halten, was der Einband verspricht: Es geht um Menschen im Krieg, besser, in den Kriegen der Vorfahren wie auch denen unserer Zeit. Selbst da, wo keine Waffen klirren, geht es derb bis kämpferisch, doch immer auch hinreichend sachlich zu. Gleich zur Einleitung ließ die Redaktion keine Zweifel aufkommen, warum sie dem 200-jährigen Jubiläum der Schlacht von Jena-Auerstedt ein Heft widmet: um sich dem Ereignis von damals jenseits der Eventkultur zu nähern. Man zitiert zunächst Zeitzeugen wie Goethe, Kleist oder den Trivialliteraten Grieser. Zugleich befragen heutige Autoren das Thema und verweisen dabei, wie u. a. Friedrich Schorlemmer im Text "Das Feld der Ehre und die Ährenfelder", auf frappierende Zusammenhänge zur politischen Gegenwart. Lesenswert im Lichte der aktuellen Thüringer Theaterdebatten auch der Essay "Rhetorische Kultur" des Weimarer Germanisten und Landtagsabgeordneten Peter Krause.

Und natürlich liefert auch dieses Journal reichlich literarische Direktinformation mittels neuer Lyrik und Prosa.

Palmbaum, Heft 2/2006, quartus-Verlag Bucha bei Jena, 7,50 Euro.