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21.05.2011

Osang liest und spricht über seine Arbeit

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

In doppelter Mission war der Buchautor und Journalist Alexander Osang am Donnerstag in Ranis unterwegs. Am Abend las er vor 50 Besuchern aus seinem im Vorjahr erschienenen Roman „Die Königstorkinder“. Zuvor gestaltete der Berliner vor 15 Jenaer Germanistik-Studenten ein Seminar. „Dabei sprach er vor allem über seine journalistische Arbeit“, verriet Peter Braun, der das Seminar gemeinsam mit Grit Bärenwald leitete. Die beiden Vorstandsmitglieder des Vereins Lese-Zeichen werden zu den kommenden Literaturtagen auf der Burg als Moderatoren durch das Programm führen. Die einführenden Worte Brauns während der Lesung am Donnerstag und seine unterhaltsame Fragerunde im Anschluss lieferten damit einen willkommenden Vorgeschmack auf die Veranstaltungen in vier Wochen an gleicher Stelle. Der Jenaer Literaturwissenschaftler stellte einige Fakten aus Osangs Leben dar, lieferte aber vor allem die Vorlage dafür, dass auch das Publikum ohne Scheu Fragen stellte. „Was wäre gewesen, wenn es nicht zum Fall der Mauer gekommen wäre“, wollte die Jenaer Studentin Lisa Hänel vom 49-jährigen wissen. „Diese Frage ist sehr hypothetisch und lässt sich nur schwer beantworten. Zum Glück stellte sie sich nicht“, sagte der Ostberliner Osang, der von 1999 an für sieben Jahre für das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in New York arbeitete. „Was treibt Sie zur Literatur“, wollte Moderator Peter Braun wissen. „Grundsätzlich wollte ich schon immer Romane schreiben, denn es ist für mich die Königsform des Schreibens. Entscheidend ist wohl, dass ich mich in meinen journalistischen Texten den Personen nicht intensiv genug widmen kann. Außerdem möchte ich meine Porträtpartner nicht zu sehr belästigen“, sagte Osang.
Bereits in vier Wochen erscheint im Piper-Verlag sein neuestes Werk. Der Band „Wo warst Du?“ enthält Geschichten, die unter dem Eindruck des Terroranschlages am 11. September 2001 in New York entstanden sind. Darin berichtet nicht nur er, sondern auch seine Frau über die Ereignisse.