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01.01.2012

Neunhofner Schriftstellerin arbeitet an Jugendroman

von Marius Koity Ostthüringer Zeitung

Kinderbuchautorin Verena Zeltner aus Neunhofen. Foto: Susann Grunert

Verena Zeltner erhält Stipendium für ihre literarische Arbeit zur DDR- Zwangsumsiedlungsaktion Kornblume Neunhofen.

"Aktion Kornblume" heißt das neueste Jugendbuch-Projekt der Schriftstellerin Verena Zeltner aus Neunhofen. Es ist ein Roman, dessen Handlung teils 1961 vor dem Hintergrund der DDR- Zwangsumsiedlungsaktion "Kornblume", teils in der Gegenwart eines jugendlichen Flüchtlings aus dem Kosovo spielt. Den Mut Zeltners, ein heißes Eisen anzufassen, will die Kulturstiftung des Freistaates Thüringen im nächsten Jahr nach 2009 zum zweiten Mal mit einem Stipendium würdigen. Damit verbunden ist u. a. ein mehrmonatiger Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf bei Berlin.

Diese Nachricht war eine echte weihnachtliche Bescherung, erreichte sie doch die Schriftstellerin genau an Heiligabend. "Ich habe erst einmal geheult", vor Glück natürlich, bekannte die 60-jährige Autorin, überrascht vom Erfolg ihrer Bewerbung. "Über die Zwangsaussiedlungen aus Thüringen ist wenig bekannt, das merke ich immer wieder", so Zeltner. "Viele Betroffene, bei denen der Schmerz heute noch tief sitzt, werden es nicht gewagt haben, in der Familie darüber zu sprechen, um ihre Kinder zu schützen, denn das Thema war ja in der DDR tabu." Dementsprechend "besonders groß" sei die Informationslücke bei den jungen Generationen. So will sie eine Geschichte für Kinder und Jugendliche rund um authentische Ereignisse von 1961 stricken und diese in den Spiegel einer Geschichte von Flucht und Vertreibung aus der Gegenwart setzen.

Anstoß des Buches sei die "berührende Geschichte" eines früh verstorbenen Bekannten gewesen, der die Zwangsaussiedlung von 1961 als Elfjähriger erlitten habe.