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08.03.2007

Neuerungen zahlen sich aus

von Sandra Hoffmann Ostthüringer Zeitung

Wir warten sehnsüchtig auf die Bewilligung.
Dr. Martin Straub, Geschäftsführer des Lese-Zeichen e.V.Finanzielle Situation des Museums Burg Ranis hat sich verbessert - Jubiläum im April

Von OTZ-Redakteurin Sandra Hoffmann Ranis. Die Verlegung der Kasse des Museums Burg Ranis in die Burgpforte ist betriebswirtschaftlich ein Erfolg. Das resümiert Andreas Gliesing, Bürgermeister der Stadt Ranis, in einem Gespräch mit der OTZ. Die Umgestaltung und die Einführung einer Besichtigungsgebühr für die Burganlage waren 2005 eingeführt worden.

"Mit der Besichtigungsgebühr kommen einige tausend Euro im Jahr zusammen", konnte Andreas Gliesing berichten. Auswärtige Besucher kannten derartige Gebühren bereits von anderen Burganlagen und die Einheimischen hätten sie inzwischen akzeptiert. Die Einwohner von Ranis haben dabei die Möglichkeit, für einen günstigeren Preis eine Jahreskarte zu erwerben. Mehr als 200 dieser Jahreskarten waren 2005 verkauft worden, im vergangenen Jahr waren es aber nur 83. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 11 139 Besucher auf die Burg. Deutlich gesteigert werden konnte außerdem der Verkauf im Shop, seit er in der Burgpforte untergebracht ist, hieß es.

"Von dem ursprünglich benötigten Zuschuss für das Museum von 9000 Euro konnten wir im Haushalt 2007 auf etwa 1000 Euro zurückgehen", sagte der Bürgermeister. Dabei ist diese Summe für ein Netzwerkmanagement Arge Burg Ranis vorgesehen, für das die Stadt Ranis im Landratsamt Saale-Orla einen Antrag gestellt hat. Der neue Mitarbeiter soll ein Veranstaltungskonzept für die Burg erarbeiten, das den touristischen und kulturellen Bedürfnissen der Region entgegenkommt und über das Angebot der Literaturburg hinausgeht. In die sanierten Räume der Burg soll mit Veranstaltungen unterschiedlichster Art Leben einziehen. Dieses Veranstaltungsmanagement könne die Stadt oder der Lese-Zeichen e.V., der das Projekt mitträgt, nicht allein leisten. "Überregional wird nach einer geeigneten Person gesucht", sagte Andreas Gliesing. "Sie muss Fremdsprachen beherrschen, mit verschiedenen Stellen zusammenarbeiten, Fördermit- telanträge vorbereiten, Hintergrundwissen zur Museologie mitbringen und das Außenmarketing verbessern", beschrieb er die Stelle, die ab April dieses Jahres besetzt werden soll.

"Es gibt schon Bewerber, aber die Bewilligung ist noch nicht ausgesprochen", sagte gestern Dr. Martin Straub, Geschäftsführer des Lese-Zeichen e.V. Die Stadt werde zehn Prozent der Kosten tragen und diese mit den das Netzwerk mittragenden Partnern wie dem Lese-Zeichen e.V. teilen, erläuterte der Bürgermeister. Die verbleibenden 90 Prozent der Kosten sollen öffentlich gefördert werden.

Gestalt nimmt derzeit die neue seismologische Abteilung auf der Burg an. Die dafür benötigten Räume hatte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Inhaberin der Burg grundhaft ausgebaut. Auf der Grundlage der Museumskonzeption, die von den Studentinnen Katrin Schmidt und Katja Etzold vom Fachbereich Buch und Museum der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig erarbeitet wurde, richtet die Stadt Ranis derzeit die seismologische Abteilung ein. Dafür sind neue Vitrinen angeschafft worden. Außerdem werden zur Beschriftung der Exponate neue Schildchen in neuem Schriftstil angefertigt. Fachlich beratend stehen das Observatorium Moxa der Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Dr. Mann GmbH in Jena zur Seite.

"Das Inventar ist sehr teuer", merkte Andreas Gliesing an. Allein das bisher angeschaffte Mobiliar kostet rund 20 000 Euro. Hier halfen die Kreissparkasse Saale-Orla mit einem Zuschuss von 8000 Euro und der Förderkreis Burg Ranis mit 3000 Euro. Damit verbleibt bei der Stadt ein Eigenanteil von 9000 Euro. In einem nächsten Schritt soll noch ein multimedialer Raum eingerichtet werden. Die dafür benötigte Technik wird noch einmal 3000 bis 5000 Euro verschlingen. Insgesamt werde die Ausstattung der Seismologie zwischen 30 000 und 35 000 Euro kosten.

Die neue seismologische Abteilung soll gemeinsam mit einer Sonderausstellung in einer Festveranstaltung anlässlich "50 Jahre Museum Burg Ranis" am 1. April eröffnet werden.