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22.09.2008

Neue Reihe zündet mit Jazzmusik und Gospels

von rd Ostthüringer Zeitung

120 Besucher erleben Auftaktkonzert auf Burg Ranis mit mehreren Akteuren aus Universitätsstadt Jena - Neuauflage für 2009 geplant
Ranis (rd). Musik hielt am Samstag in einer neuen Veranstaltungsreihe Einzug in die Burg Ranis. 120 Besucher kamen zum Auftakt der Reihe "Jazz auf Burg Ranis", deren Veranstalter der Lese-Zeichen e.V. war.

Den Abend unter dem Motto "Dixieland trifft Gospel" bestritten mehrere Akteure aus der nahen Universitätsstadt Jena, die auch in ihrer Heimat mehrmals im Jahr gemeinsam auf einer Bühne zu erleben sind.

Den Auftakt gestalteten Heike Besen alias Lady Sou, die tanzende Frau am Sousaphon, und Andy Glandt alias "The Singing Banjoman". Schon zu Beginn wurde deutlich, dass die Veranstalter des Abends den Geschmack eines aufgeschlossenen Publikums trafen, das auf niveauvolle Unterhaltung auch abseits der literarischen Abende setzt. Mit dem Konzept verbunden war auch das Anliegen, neues Publikum auf Burg Ranis zu locken.

"Unsere Musik zündet. Man muss kein Insider sein, um sie zu mögen", sagte Norbert Kleekamp, künstlerischer Leiter und Dirigent der Jenaer Jubilee Singers. Damit beschrieb er passend jenes Gefühl, das in denen Gospels steckt, denen sich der Chor verschrieben hat. Die Jenaer Jubilee Singers überraschten zudem mit einem Sting-Titel ("Fragile") sowie dem bekannten Shanty "What shall we do with a drunken sailor".

Kleekampf zeigte sich angetan vom Ambiente auf Burg Ranis, obwohl der Chor gewöhnlich größere Auftrittsorte wie Kirchen bevorzugt. Inspiriert durch Plattenaufnahmen des Golden Gate Quartetts und ein Konzert von Edda Cameron in der Jenaer Stadtkirche, war Norbert Kleekamp vor genau 20 Jahren die Idee gekommen, in Jena einen Gospelchor zu gründen. Die heute aktiven insgesamt 50 Mitglieder bestreiten im Jahr zwischen 20 und 25 Konzerte, dabei auch immer wieder im Ausland.

Schon 1962 erblickte in ihrer Urbesetzung die Old Time Memory Jazzband das Licht der Welt. Heute sind sie fester Bestandteil der Jazzszene der Stadt Jena. Musikhistorisch vor allem am New-Orleans-Jazz orientiert, spielt die sechsköpfige Band den als Chicago-Dixieland bekannten Jazz und setzt zur klanglichen Erweiterung auf mehrstimmigen Gesang. Die Musiker verkörpern einen Stil, wie er in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vor allem von Louis Armstrong verkörpert worden war.

Einer der Höhepunkte, wie er am Samstag auch in Ranis zu erleben war, sind die gemeinsamen Auftritte mit dem Jenaer Pantominen Harald Seime. Der seit mehreren Jahrzehnten erfolgreiche Künstler gestaltet Szenen und Collagen mit verblüffender Körpersprache und lässt seine Kunst stets zu einem "Theater der heiteren Verstellung von Wirklichkeit" werden. Seinen Improvisationsspielraum zeigt Seime gekonnt auch im Umgang mit verschiedenen Musikstilen. Aufmerksam lauschten die Zuhörer Seimes Pantomine, dabei immer ein Lachen auf den Lippen.

Nach dem gelungenen Auftakt vor ausverkauftem Saal wird es nach den Worten von Projektleiterin Anke Scheller im nächsten Jahr eine Neuauflage von Jazz auf Burg Ranis geben. Denkbar ist auch eine Abendveranstaltung mit Musik auf zwei Etagen.