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30.01.2003

Namhafte deutsche Autoren im Juni auf der Burg in Ranis

von Marius Koity Ostthüringer Zeitung

Von OTZ-Redakteur Marius Koity Ranis. Die Literatur- und Autorentage auf der Burg in Ranis finden auch in diesem Jahr statt, und zwar an den Wochenenden 13. bis 15. und 20. bis 22. Juni. Das Programm steht und die Finanzierung so gut wie. Das sagte Dr. Martin Straub, Geschäftsführer des veranstaltenden Lese-Zeichen e. V. aus Jena, in einem Gespräch mit OTZ. Im Zuge der Diskussionen um die Schließung des Museums auf der Burg in Ranis war die Befürchtung aufgekommen, dass auch der Literaturbetrieb wegbrechen würden.

Die diesjährige Auflage des Festivals beginnt allerdings nicht auf der Burg, sondern in der Stadtkirche zu Ranis. Den literarischen Part der Auftaktveranstaltung am 13. Juni wird der Lyriker Reiner Kunze, den musikalischen der Gitarrist Reinhold Westerheide bestreiten.

Für Ranis konnte Dr. Martin Straub wieder namhafte Autoren gewinnen. So werden am ersten Wochenende der begnadete Erzähler Wladimir Kaminer und die FDP-Politikerin Cornelia Schmalz-Jacobsen erwartet. Während Kaminer wohl mit denkwürdigen Geschichten aus dem multikulturellen Deutschland aufwarten wird, stellt Frau Schmalz-Jacobsen ihr Buch "Zwei Bäume in Jerusalem" vor, in dem sie über ihre Eltern berichtet, die nachweislich Deutsche jüdischen Glaubens während der NS-Herrschaft vor dem Verderben gerettet haben. Am zweiten Wochenende werden u. a. Wolfgang Hilbig, jüngster Träger des Georg-Büchner-Preises bzw. der höchsten Anerkennung für deutschsprachige Literatur, der kritische Theologe Friedrich Schorlemmer, der Krimi-Autor Burkhard Driest, der Circus Busch-Chef Paul Busch und die Kabarettisten Edgar Kühlow und Bernd Lutz-Lange von der Pfeffermühle aus Leipzig erwartet. Nicht fehlen wird die traditionelle Sonnenwendfeier mit den einheimischen Burgfreunden. Weitere Autoren werden an beiden Wochenenden Literatur für die jüngsten Leser und Hörer vortragen. Weniger bekannte Thüringer Federn stellen sich ebenfalls vor. Am letzten Festival-Tag wird der neue Stadtschreiber von Ranis bekannt gegeben, einige Bewerbungen um den Posten gibt es schon.

Ein Jenaer Verein wird während der Literaturtage die Kinder der anreisenden Familien betreuen, damit sich Mutti und Vati mehr oder überhaupt Zeit für die Lesungen nehmen können. "Unser Ziel sind Literaturtage für die ganze Familie, wir wollen vielfältigen Lese-Interessen Rechnung tragen", so Dr. Martin Straub. Und er ergänzt: "Ich bin selber erstaunt, dass wir so ein Programm auf die Reihe gebracht haben." Weiter versichert er, dass die Eintrittspreise nicht erhöht werden. Dies sei u. a. der finanziellen Unterstützung des Thüringer Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie der Stadtwerke Jena-Pößneck und darüber hinaus "Klinkenputzen" zu verdanken. Die Stadt Ranis helfe mit "Arbeitsleistung". Wobei allein schon der Fakt, dass Bürgermeister Andreas Gliesing "ein wirklich interessierter Mann ist", viel wert sei.

Weiter stellte Dr. Martin Straub klar, dass die monatlichen Lesungen auf der Burg wie gehabt angeboten werden. Im Sommer ist wieder eine Literaturwerkstatt für junge Leute mit Matthias Biskupek und Andreas Berner geplant, hierzu kann man sich noch anmelden. Eine weitere Werkstatt mit Schriftstellern und bildenden Künstlern wird für den Herbst vorbereitet. Ende des Jahres stehen wieder die Thüringer Märchentage an.

Der Lese-Zeichen e. V. sitzt seit dem 1. Januar übrigens im Haus auf der Mauer am Johannisplatz 26 in Jena. Kontakt: Tel. 0 36 41/61 67 63.