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06.03.2007

Musik reißt Charaktere aus ihren Strukturen

von Marius Koity Ostthüringer Zeitung

Alban Nikolai Herbst liest auf Burg Ranis

Ranis (OTZ). Alban Nikolai Herbst bestreitet den März-Abend der monatlichen Lesungen auf Burg Ranis. Am Donnerstag, 8. März, um 19.30 Uhr stellt er seinen Erzählungsband Die Niedertracht der Musik vor.
In den 13 Erzählungen beweist er, dass er ein Meister der kleinen Form ist, informiert der Lese-Zeichen e. V., der den Literaturabend gemeinsam mit der Stadt Ranis und GGP Media Pößneck veranstaltet. Alban Nikolai Herbst entfaltet eine Welt, in der sich zeigt, wie schmal der Grat zwischen
Normalität und Wahn sein kann. Und er zeigt damit zugleich, dass er seinen Brecht und seinen Kafka gelesen hat. Nicht nur in der titelgebenden Erzählung werde die Macht der Poesie, in diesem Falle die Macht der Musik zu
einem Strom, der Charaktere aus ihren festgefügten Strukturen reiße. Das Credo des Autors lautet: Sie haben nicht zu wenig Phantasie, aber sie wissen sie nicht zu nutzen. Sollte das auch eine Aufforderung an seine Leser sein?
Alban Nikolai Herbst, Jahrgang 1955, studierte Philosophie und arbeitete als Broker im Devisen- und Wertpapiergeschäft. Bekannt wurde er u. a. durch Romane und Essays. Er war Stipendiat der Villa Massimo und erhielt den Grimmelshausen-Preis sowie den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar. So ein Mann weiß zu erzählen, lädt Dr. Martin Straub, Geschäftsführer des Lese-Zeichen e. V., ein.