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01.09.2008

Monographie über Kertesz geplant

von Lioba Knipping TLZ

Monografie über Kerte?sz geplant
Jena. (tlz) Der Jenaer Dr. Dietmar Ebert hat den mit 2500 Euro dotierten Förderpreis des Caroline-Schlegel-Preises erhalten. Mit ihm sprach die TLZ.

Gratulation, Herr Ebert. Wann haben Sie davon erfahren, dass Sie den Preis bekommen?

Eines Sommerabends am Telefon. Klaus Schwarz, der Leiter des Romantikerhauses, und Jury-Mitglied Dr. Gisela Kraft riefen mich an.

Wie war ihre erste Reaktion?

Es war eine große Überraschung für mich und eine große Freude. Ich hatte nicht damit gerechnet, den Preis zu bekommen. Ich hatte das Essay zu Imre Kerte?sz Roman-Biografie "Dosier K." gerade fertig und habe gedacht: Das passt, probier es einfach mal.

Was ist der Inhalt Ihres Essays?

Ich bin der Erzählstruktur von Kerte?sz nachgegangen und habe dabei gemerkt, dass sich durch den Roman musikalische Strukturen ziehen, die er in literarische Form übersetzt hat. Kerte?sz sucht nach Möglichkeiten, eine Sprache nach Auschwitz zu finden. Er ist auf der Suche nach der atonalen Sprache und überträgt nun die Zwölftonmusik auf die Literatur.

Meine zweite These ist: Kerte?sz hat einen Entwicklungsroman geschrieben, obwohl er die Existenz dieser Gattung immer negierte. Und das mit großer Freude an der Ironie. Und das wiederrum ist vergleichbar mit der Frühromantik, insbesondere mit Friedrich Schlegel.

Was planen Sie nun?

Ich verstehe den Förderpreis als Aufforderung, weiterzumachen. Das Essay war somit der Beginn eines Projektes, das weitergebtrieben werden muss. Der Preis ist Ermutigung und natürlich finanzielle Hilfe. Ich bin bereits in Gesprächen mit Imre Kerte?sz und seiner Lektorin und werde eine Monografie für den Rowohlt-Verlag schreiben. Dazu gibt es bereits mündliche Absprachen. In der Monografie werde ich versuchen, den Bogen von der Romantik zu Kerte?sz zu schlagen.

31.08.2008 Von Lioba Knipping