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01.09.2008

Möge der Preis Beflügeln

von Lioba Knipping TLZ

Möge der Preis beflügeln

Jena. (tlz) Der vierte Caroline-Schlegel-Preis der Stadt Jena ist am Wochende im Romantikerhaus verliehen worden. Ausgezeichnet wurden der Schweizer Thomas Hürlimann für seinen Text "L´esprit de l´escalier. Über die Treppe" und der Jenaer Autor und Rezensent Dr. Dietmar Ebert für sein Essay "Vielleicht doch ein Roman? - Nachdenken über Imre Kerte?sz´ ´Dossier K.´".
Hürlimann verstand es einmal mehr, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Mit Esprit und Humor gab er eine Erzählung zum besten, die er eigens für die Preisvergabe verfasst hatte.
Den Caroline-Schlegel-Preis umgibt ein Geheimnis: Das Geld wird von einer Frau gestiftet, die sich mit der Stadt Jena verbunden fühlt aber anynonym bleiben möchte. "Das passt wunderbar zur Romantik", schwärmte Dr. Margret Franz, Werkleiterin von Jenakultur. "Ein großherziges Engagement, ein herrlicher Preis, der eng mit der Stadtgeschichte verbunden ist", so der Jenaer Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Manger. Als Jurymitglied hatte er gemeinsam mit der Weimarer Autorin Dr. Gisela Kraft und dem Autoren Gert Neumann die Qual der Wahl: Aus 50 Einsendungen durften sie die Träger des Haupt- und des Förderpreises wählen. Mangers Wunsch an die Preisträger: "Möge Sie der Caroline-Schlegel-Preis beflügeln." Die Auswahl sei "ein Fest für die Jury" gewesen.

Gert Neumann schlug gar vor, im Romantikerhaus einen Leseraum einzurichten, damit die Besucher des Museums die Gelegenheit haben, die ausgezeichneten Texte zu lesen. Gisela Kraft griff in ihrer Rede die "Treppe" wieder auf und gab einen Einblick in das Leben der Romantiker mit ihren Erscheinungen und Geheimnissen. Ihre Treppe befand sich im Haus der Schlegels in Jena. Die Erzählung spielt im Jahr 1799. In ihr lässt Kraft Ebert und Kerte?sz auftreten - als Erscheinung Carolines und mehr als 200 Jahre zu früh.
Die beengten Räume des Romantikerhauses platzten zur Preisvergabe fast aus allen Nähten. Das anschließende Brunnenfest war so gut wie kaum zuvor besucht. Auch Thomas Hürlimann blieb dort bis zum Abend und fühlte sich sichtlich wohl.
Kultur

31.08.2008 Von Lioba Knipping