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11.04.2006

Mit dem Wort streiten

Ostthüringer Zeitung

Landolf Scherzer ist neuer Vorsitzender des Thüringer Schriftsteller-Verbandes

Weimar (OTZ). Im Weimarer Traditionshotel "Elephant" hat der Thüringer Verband deutscher Schriftsteller (VS) den Autor Landolf Scherzer aus Dietzhausen bei Suhl zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er löst damit seinen Schriftstellerkollegen Jörg Sauerbier aus Weimar ab.
Landolf Scherzer, der an diesem Freitag seinen 65. Geburtstag begeht, stehe für das streitbare Wort, erklärte Verbandssprecher Jens-Fietje Dwars. "Streitbarer werden, mehr mit der Kraft des Wortes in die Öffentlichkeit eingreifen, das ist denn auch das Programm des VS für die nächsten zwei Jahre."

Scherzer kündigte an, er wolle "für eine kreative Stimmung im Verband" sorgen, damit neue Ideen entständen, wie der Thüringer Schriftstellerverband "mehr Leser durch Lesungen erreichen könnte".

Der Südthüringer Autor, unter anderem bekannt geworden mit den Roman "Der Erste" über einen SED-Kreissekretär, war bereits in den 1990er Jahren Landesvorsitzender. Geboren wurde er am 14. April 1941 in Dresden. Nach dem Volontariat bei der "Lausitzer Rundschau" in Cottbus studierte er Journalistik in Leipzig. Seit 1975 arbeitet er als freischaffender Schriftsteller. Sein jüngstes Werk "Der Grenzgänger", eine Wanderung 15 Jahre nach der Wende entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, löste Pro und Contra aus.

Dem neuen VS-Vorstand gehören Schriftsteller aus allen Regionen Thüringens an. Dazu zählen Ingrid Annel aus der Landeshauptstadt, Antje Babendererde aus Liebengrün, Matthias Biskupek aus Rudolstadt, Jens-Fietje Dwars aus Jena, Anne Gallinat aus Saalfeld, Frank Quilitzsch aus Ulla bei Weimar und Verena Zeltner aus Neuhofen.

Der Schriftstellerverband Thüringen hat derzeit 54 Mitglieder. Sein Förderverein "Lese-Zeichen e. V." veranstaltet jedes Jahr die Thüringer Literaturtage, organisiert Werkstätten, eine mehrtägige Manuskriptwanderung und Schullesungen.

>> www.lesezeichen-ev.de