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24.09.2012

Manuskriptwanderung 2012 im Eichsfeld

von Christian Bose Ostthüringer Zeitung

Thüringer Autoren bei ihren Lesern in der Heiligenstädter Bibliothek: In der ersten Reihe von links haben Ingrid Annel, Martin Straub, Verena Zeltner Platz genommen. Foto: Christine Bose

Verena Zeltner aus Neustadt an der Orla/Ortsteil Neunhofen eröffnete am Freitag in der Heiligenstädter Stadtbibliothek mit Auszügen aus ihrem Kinderbuch "Prinzessin Fledermaus" die Lesungen zur "Manuskripwanderung 2012" des Verbandes Deutscher Schriftsteller Thüringen.

Heiligenstadt. Felixa Fabian, die so heißt, weil ihre Eltern einen Sohn haben wollten, wohnt in einem kleinen Nest in Thüringen. Dorthin hat es Felix aus Berlin und seinen Labrador Alfred verschlagen. Felix nennt Felixa "Prinzessin Fledermaus", denn sie lebt in einem alten Schloss und interessiert sich für diese Tiere. Den Reigen zur Lesung während der "Manuskriptwanderung 2012" des Verbandes Deutscher Schriftsteller Thüringen (VS Thüringen) eröffnete am Freitag in der Heiligenstädter Stadtbibliothek Verena Zeltner aus Neustadt an der Orla/Ortsteil Neunhofen mit Auszügen aus ihrem Kinderbuch "Prinzessin Fledermaus".

Nach ihr machte Harald Lindig aus Manebach die Besucher mit den Gebrüdern Grimmig und ihren Freunden bekannt, einer Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung. Dem Rumpelstilt ist er sogar schon mal persönlich begegnet, zumindest literarisch. Nach seinen Gedichten und Kurzgeschichten, ließ Ingrid Annel aus Erfurt-Tiefthal die Welt der Lausitzer Märchen und Sagen lebendig werden, mit Wassermännern und Glücksdrachen von ihr bearbeitet "für heutige Leser". Auf einer Skala von ernst bis heiter las Martin Straub aus Jena. Einem ergreifenden Buchenwaldtext folgte Humoristisches: "Lesen macht unsicher" findet ein literaturfeindlicher Fleischermeister, der in seinem Leben nur ein einziges Buch gelesen hat. Ein Buch über Wurstherstellung.

Zweiundzwanzig Thüringer Autoren hatten sich diesmal für ihre jährliche "Manuskriptwanderung" das Eichsfeld ausgesucht ein literarisches Wochenende, das vor 18 Jahren erstmals angeboten worden war. Das erläuterten Matthias Biskupek aus Rudolstadt, der den Abend moderierte, und VS-Vorsitzende Anne Gallinat aus Saalfeld. Sie und der Leinefelder Wanderbuchautor Roland Geißler hatten dieses Jahr die Organisation übernommen.

Traditionell leitet eine öffentliche Lesung am Freitag das Wochenende ein, bei der einige Schriftsteller einen Einblick in ihr Schaffen geben. Geschätzter Austausch Im Eichsfeld, so unterstrich Bibliothekarin Jana Bauer, gebe es nicht nur Wandermöglichkeiten und gute Küche, sondern auch literarisch interessierte Leute. Der Samstag sah eine rund 7,5 Kilometer lange Ibergwanderung vor, mit Rast und deftigem Eichsfelder Imbiss an der Klöppelsklus und Roland Geißler als Wanderführer. Aus den Erfahrungen vergangener Jahre konnte die VS-Vorsitzende darauf verweisen, wie sehr es die Verbandsmitglieder schätzen, sich einmal jährlich in dieser Form zu begegnen, gemeinsam einen Tag in der Natur zu erleben und Gedanken auszutauschen.

Nicht öffentlich war die abendliche Manuskriptdiskussion im "Eichsfelder Hof". In interner Runde hatten alle Autoren Gelegenheit, Manuskripte zur Diskussion zu stellen, Lyrik und Prosa, Geschichten für Kinder oder Erwachsene, Sachbücher. Bedingung hierfür: Nur unveröffentlichte Werke sind zugelassen. Wenn sich Schriftsteller untereinander mit ihren neuesten Texten bekannt machen und kritisch darüber diskutieren, kann es schon mal heiß hergehen, so Anne Gallinat.