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15.09.2014

Märchenhafte Programmvielfalt - Thüringer Märchen- und Sagenfest 2014 eröffnet in diesem Jahr mit Angeboten für Kinder und Erwachsene

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Suse Weisse, Hansi von Märchenborn, Christa Pollähne und Andreas vom Rothenbarth (von links) bescherten den Besuchern am Sonnabend auf der Burg Ranis einen märchenhaften Abend. Foto: Mario Keim

Ranis (OTZ/Mario Keim). Mit einer bunten Programmvielfalt ist am Wochenende auf der Raniser Burg das Thüringer Märchen- und Sagenfest 2014 eröffnet worden.

Schon am Sonnabendabend sorgten die Thüringer Erzähler Andreas vom Rothenbarth, Christa Pollähne und Hansi von Märchenborn für einen märchenhaften Auftakt für Erwachsene, indem alle drei das Märchen der Gebrüder Grimm „Lebenszeit“ auf ihre Weise interpretierten und darüber hinaus Geschichten erzählten.

„Ich würde es heute anders schreiben, aber dieser Mühe bin ich enthoben“, sagte Andreas vom Rothenbarth mit Blick auf die Entstehungsgeschichte des Märchens vor rund 200 Jahren. Der Hintergrund der Geschichte:
Als Gott die Welt geschaffen hatte und allen Kreaturen ihre Lebenszeit bestimmen wollte, sollte der Mensch 30 Jahre Lebenszeit erhalten. Das war ihm aber zu wenig. So erhält er 18 Jahre vom Esel dazu, 12 Jahre Leben vom Hund und 10 Jahre vom Affen. Das beschert ihm schließlich eine Lebenszeit von insgesamt 70 Jahren. Und der Mensch ist zufrieden. So die Grimmsche Sicht der Dinge.
Der Märchenerzähler aus dem
Landkreis Weimarer Land genoss derweil die Vertrautheit der Burg und des Raniser Publikums und dankte dem Verein Lese-Zeichen, der gemeinsam mit der Stadt Meiningen Veranstalter des Märchen- und Sagenfestes im Freistaat ist.

Für Unterhaltung sorgte am Sonnabend im zweiten Teil Suse Weisse, eine der gefragtesten Erzählerinnen und Erzählpädagoginnen Deutschlands, die zusätzlich an beiden Tagen unter dem Motto „Erzählen ist doch keine Kunst?!“
einen Workshop für Erzählerinnen anbot. „Sie arbeiten alle in verschiedenen Berufen und erzählen alle Geschichten“, beschrieb sie die sechs Teilnehmerinnen. Geschichten erzählte die Wahl-Potsdamerin am Sonnabend auch in Mundart aus ihrer früheren Heimat Ostfriesland.

„Märchen sind für mich ein Stück Volkskultur. Es ist Unterhaltung. Liebe und Verbrechen waren schon immer Themen, die uns interessiert hatten“, sagte Suse Weisse nach dem Veranstaltungsauftakt im Roten Salon. Es war ein kurzweiliger und unterhaltsamer Abend, ganz im Sinne der Veranstalter.

Das Stück „König Kaktus” von der Theatergruppe “Butterblümchen” (Menschen mit Handicap) sowie den Tanzgruppen „Kücken” und „Happy Girls” des Mehrgenerationenhaus Pößneck wurde gestern zur offiziellen Eröffnung des Märchen- und Sagenfestes auf der Burg aufgeführt. Im Anschluss daran gab es ein „Farbiges Erzähler-Potpourri mit Andreas vom Rothenbarth, Christa Pollähne, Cornelia Schmädicke, Antje Horn und Hansi von Märchenborn. In diesem Jahr stand die Eröffnung des Festes unter dem Motto „Farbe im Märchen“. Raniser Grundschüler zeigten zum Abschluss das Musical  „Das Dings“.