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26.01.2005

Literaturburg soll Burg der Künste werden

von Marius Koity Ostthüringer Zeitung

Thüringer Literatur- und Autorentage auf Burg Ranis dieses Jahr nur an einem Wochenende

Jena (OTZ/mko). Der Lese-Zeichen e. V. mit Sitz in Jena geht davon aus, dass er sich ab 2007 sehr viel stärker als bisher auf der Burg Ranis engagieren wird. Die "Literaturburg" werde sich zu einer "Burg der Künste" entwickeln, war auf der Jahresmitgliederversammlung des Vereines zu hören. Der neue Vorstand des Lese-Zeichen e. V. will nun über die nächsten Schritte beraten, zumal die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit Sitz in Rudolstadt, die den Südflügel der Burg zu einer Tagungsstätte ausbauen will, verbindliche Erklärungen über die Zeit nach dem Abschluss der anstehenden Bauarbeiten haben möchte.

Der neue Vorstand des Vereines ist komplett der alte. Die Mitgliederversammlung hat dem Märchenerzähler Andreas Hildebrandt, dem Schriftsteller Landolf Scherzer, der Bibliothekarin Angela Schubert, dem Germanisten Dr. Martin Straub und dem Verleger Hans Westerheide einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Hans Westerheide aus Ranis hat sich bereit erklärt, weiterhin die Arbeit des Vorsitzenden zu übernehmen. Der Lese-Zeichen e. V. ist 35 Mitglieder stark. Mehrere davon leben oder wirken im Saale-Orla-Kreis.

Jena und der Saale-Orla-Kreis sind die Gebiete, in denen der Verein einen Großteil seiner 220 Veranstaltungen im vergangenen Jahr angeboten hatte. Vereinsgeschäftsführer Dr. Martin Straub dankte u. a.: Hans Westerheide für seine konzeptionelle Arbeit zu den Literatur- und Autorentagen auf Burg Ranis und für seine Idee eines Benefiz-Buches zu Gunsten der brandgeschädigten Weimarer Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, das in Pößneck bei GGP gedruckt wurde; Verena Zeltner, Schriftstellerin aus Neunhofen, für ihre "Schreibschule" an der Regelschule in Ranis; Andreas Berner, Grafiker aus Wurzbach, für seine Arbeit am Gymnasium in Lobenstein.

Die Literaturtage auf Burg Ranis werden in diesem Jahr vom 23. bis 26. Juni, also nicht mehr wie bislang an zwei Wochenenden stattfinden. Mit einem anspruchsvollen Programm wolle man erneut ein breites Publikum erreichen. Das Programm werde lockerer als in den vergangenen Jahren sein, zwischen den Lesungen sollen Kleinkünstler und Kunstvereine für Abwechslung sorgen. Fest steht, dass die Literaturtage einen Beitrag zum laufenden Friedrich-Schiller-Jahr leisten werden. So werden auf der Burg Schiller-Werke gesprochen, gespielt, gesungen und nicht zuletzt gerappt. Dass Letzteres hervorragend geht, zeigte auf der Mitgliederversammlung des Lese-Zeichen e. V. der junge Jenaer Musiker Christian Weirich. "Schiller ist unglaublich aktuell", sagte er und rappte begeisternd drei Schiller-Balladen.

Überlegungen gehen dahin, das "Amt" des Stadtschreibers von Ranis zu reformieren. Und zur Diskussion gestellt wurde der Gedanke, auf Burg Ranis einen Erzählerwettstreit für deutschsprachige Autoren aus ganz Europa auszutragen.

Hans Westerheide sagte ferner, dass der Lese-Zeichen e. V. in Zeiten knapper Kassen mit anderen Vereinen und Einrichtungen weitere "Synergien" suchen müsse. Ein "wichtiger Partner" in diesem Sinne könnte der Papilio e. V. aus Ludwigshof werden.