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12.10.2013

„Literatur und Musik am Baumkronenpfad“

von Heidi Zengerling Thüringer Allgemeine

Unter dem Motto „Nach grüner Farb mein Herz verlangt“ fand in dieser Woche ein spannender Literaturabend mit dem Titel: „Thüringer Kriminalfälle“ im Hainich-Nationalparkzentrum an der Thiemsburg statt.

Über das Jahr verteilt finden innerhalb der Veranstaltungsreihe „Literatur und Musik am Baumkronenpfad“ zahlreiche Lesungen statt, die in Zusammenarbeit mit dem Verein Lese-Zeichen e. V. aus Jena organisiert werden. Die Reihe wird außerdem vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur gefördert. So war es für den Veranstalter keine Premiere, für die beiden Künstler allerdings die erste Lesung in dieser Atmosphäre.

Der Historiker, Autor und Verleger Michael Kirchschlager las spannende, skurrile und auch amüsante Geschichten aus den beiden Büchern „Die Bombe auf dem Zwiebelmarkt“ und „Der Kopf in der Ilm“. Der Verleger ist ein sehr vielseitiger Mensch, so gehört er beispielsweise zu den Gründungsmitgliedern des Runneburgvereins. Heute ist er dessen Vereinsvorsitzender. Außerdem war er 2005 einer der Darsteller in der Produktion „Abenteuer Mittelalter“, welche in der ARD, beim Sender Arte und im MDR ausgestrahlt wurde. Kirchschlager schreibt selbst Kinderbücher.

Zum Literaturabend hatten die Veranstalter ebenfalls den Kriminalisten Klaus Dalski eingeladen, der gleichzeitig der Autor der beiden genannten Bücher ist. Dalski ist von Haus aus Lehrer und Leistungssportler. Seine berufliche Laufbahn aber ist gekennzeichnet von 26 Jahren kriminalistischer Arbeit, aus der er in seinen Büchern zu berichten weiß. Die Geschichten gehen zurück bis in die 60er Jahre und erzählen authentische Kriminalfälle, die der Autor aus seinem Gedächtnis niedergeschrieben hat. Recherchen waren für ihn nicht nötig, und seine Aufzeichnungen wurden auch literarisch nicht entfremdet, sondern in seiner ursprünglichen Form belassen.

Klaus Dalski bereicherte den kurzweiligen Abend mit zahlreichen Anekdoten, die er zum Besten gab. So berichtete er von einem Landstreicherehepaar welches sich Goethes Gartenhaus als Schlafplatz ausgesucht hatte, aber auch von einem bizarren Dufterlebnis an der Marienglashöhle. Er machte deutlich, dass Recht nicht immer gerecht ist und referierte über die drei Schichten, die einen jeden Menschen ausmachen (Trieb-, Gefühls- und Verstandschicht) Das Duo Kirschlager/Dalski präsentierte sich als ein eingespieltes locker funktionierendes Team mit einem perfekten Zusammenspiel von Lesen und Erzählen. Ein Wort ergab das andere, und die beiden brachten ihr Publikum immer wieder zum Lachen.

Für die musikalische Untermalung sorgte Andreas Schirneck aus Gessental (Greiz), der eigens für diesen kriminalistischen Abend Stücke ausgesucht hatte. So präsentierte er aus seinem Programm beispielsweise „Two guys on the run“ (Zwei Jungs auf der Flucht“). Den Abschluss bildete ein Gefängnislied, welches er seinem verstorbenen Kollegen widmete.

Dieser Abend zeigte wieder einmal mehr, dass Literatur und Natur verbunden werden können. Die besondere Umgebung ergab einen anspruchsvollen Rahmen, den die 20 Anwesenden mit großem Interesse an der Lesung und den Büchern des Verlages honorierten. Unter den Gästen befand sich Polizistin Ines Löser, die durch Zufall von der Lesung erfahren hatte. Sie ist aus Bad Lausick bei Leipzig und macht momentan in Hainich einige Tage Urlaub.

Mit Interesse vernahm das Publikum, dass in Bälde das nächste Buch Klaus Dalskis erscheinen wird, welches sich damit beschäftigt, wie der Autor zu dem wurde, was er ist. Es wird den Titel tragen „Vom Pferdedieb zum Kriminaloberrat“.