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19.06.2013

Literatur in der Natur

von Judith Albig Ostthüringer Zeitung

Schleiz. Unglaublich, wie viele geflügelte Wörter, Redensarten und Sprichwörter sich auf den Garten beziehen. Die Zuhörer im Schleizer Schlosspark, die Rolf-Bernhard Essig am Sonnabendnachmittag in sein Programm "Gartenredensarten" mit einbezog, kamen auf Anhieb auf sehr viele: Die Radieschen von unten angucken, ins Gras beißen, etwas über den grünen Kleeloben... Der Bamberger Autor, der selbst seinen Garten sehr liebt und in dessen literarischer Arbeit die Redensarten ein Schwerpunkt sind, erklärte amüsant den historischen Hintergrund. So gehe die verkürzte Redensart "Mit dem ist nicht gut Kirschenessen" auf das Mittelalter zurück, wo offenbar "Mit hohen Herren nicht gut Kirschen essen" war, denn "sie spucken dir die Kerne ins Gesicht"." Auch zu "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm", "Hier sieht es aus wie Kraut und Rüben", "Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln" wusste er etwas zu sagen. Gerade über das Thema Garten gebe es, so Rolf- Bernhard Essig, Redesarten "wie Sand am Meer".

Zu der vergnüglichen Stunde im Grünen bot er auch seine Bü- cher an, von denen er allein sechs den Redensarten gewidmet hat. Mit einem Bonmot, das die Zuhörer sehr erfreute, machte er deutlich, dass diese bis zum Anfang der Menschheit zurück- reichen: "In den schönsten aller Gärten stellte Gott Adam und Eva. Dort stellten sie sich an wie die ersten Menschen."

Die Veranstaltung in Schleiz war eine von zwölf , die der Verein "Lesezeichen" unter das Motto "Sind im Grünen" gestellt hat. Beginnend vom "Liebesgrün - Jede Pflanze erzählt eine Geschichte" am 1. Mai in Pößneck bis zu "Hippe, Krail und Rasenpatsche - Zur Geschichte der Gartengeräte" am 15. September in Krölpa, hörte und hört man dabei Literarisches nicht nur im Grünen, sondern auch über das Grün.