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16.02.2005

Literatur als Störenfried bis in die Gegenwart

von F.D. TLZ

Tagung am Freitag im Ricarda-Huch-Haus

Jena (OTZ/F.D.). Der Auflösung des oppositionellen Jenaer Arbeitskreises Literatur vor 30 Jahren sind die Lesungen und eine Literaturnacht gewidmet, zu denen am Freitag unter dem Titel ?Störfaktor Literatur? ins Ricarda-Huch-Haus eingeladen wird. Zehn Autoren widmen sich ab 14 Uhr dem Wirken des Arbeitskreises, den bis zur Selbstauflösung wegen drohendem Verbot der damalige Student und heutige Schriftsteller Lutz Rathenow leitete. Wie massiv literarischer Widerspruch in der DDR unterdrückt und dennoch nicht ganz verhindert werden konnte, dokumentieren die Schriftstelle Ines Geipel und Joachim Walther mit ihrem ?Archiv der Widerworte?. Ab 16 Uhr wird untersucht, welchen Stellenwert der Störfaktor Literatur auch für die Gegenwart besitzt. Eigenen Erfahrungen diskutieren u.a. Karin Clark für die P.E.N.-Organisation ?Writers in Prison?, die Autorin Freya Klier und die exilchinesische Schriftstellerin Xu Pei. Ab 19.30 Uhr stellt Heinz Ratz Texte des Arbeitskreises vor. Lutz Rathenow, Matthias Biskupek und Udo Scheer lesen heutige Texte. Ab 23 Uhr wird in die Junge Gemeinde Stadtmitte zu einer Literaturnacht mit jungen Autoren eingeladen. Die Tagung ist als Lehrerfortbildung empfohlen. Infos beim Lese-Zeichen e.V., Telefon 616763.