Presse - Details

 
04.04.2006

Literarischer Frühling

von ulm Ostthüringer Zeitung

Jenaer Abbe-Bücherei lädt zur Lesereihe mit Max Goldt, Ingo Schulze und Bastian Sick

Jena (OTZ/ulm). Der 23. April ist ein literarisches Datum, befand 1995 die Unesco und rief den Tag zum "Welttag des Buches" aus. An jenem Frühlingstag feiern nicht nur die Katalanen den Schutzheiligen Sankt Georg und verschenken dazu alljährlich Bücher und Rosen. Zugleich gedenkt die Welt bedeutender Schriftsteller: William Shakespeare und Miguel de Cervantes starben am 23. April. Der isländische Nobelpreisträger Halldor Laxness und Vladimir Nabokov wurden an diesem Tag geboren.
Die Jenaer Ernst-Abbe-Bücherei und ihre Partner bieten dieses Jahr rund um den Welttag ein facettenreiches Literatur-Programm in der thüringischen Stadt. Die Offerten reichen vom zweitägigen Buchmarkt über eine prosaische Stadtführung bis hin zu Lesungen mit regionalen sowie bekannten deutschen Autoren, darunter der Titanic-Kolumnist Max Goldt ("Ä"), Ingo Schulze ("Simple Storys") und Bastian Sick ("Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod").

Zum Auftakt lädt der Lesezeichen e.V. an diesem Donnerstag zum literarischen Abend "Ich brauche doch so schrecklich Freude - Erfahrungen jüdischer Künstler im 20. Jahrhundert". Am 20. April liest der aus Jena kommende Zoologe Raul Jordan aus seinem fantastisch anmutenden Debüt-Roman "Waldmensch". Darin reist ein junger Mann im Auftrag der Feldforschung nach Borneo und verliebt sich in einen Orang-Utan.

Der 1958 in Göttingen geborene Satiriker Max Goldt präsentiert am Welttag des Buches unter dem Titel "Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens" humoreske Prosa und Szenen, die zwischen 2002 und 2004 entstanden. Zwei Tage später, am 25. April, beleuchtet Historiker Gerd Fesser die Geschehnisse der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt im Johannistor - jenem Tor, durch das die französischen Truppen auf dem Weg zum Schlachtfeld in der Nacht vom 13. zum 14. Oktober lärmend und plündernd zogen. Mit dem heutigen Zeitgeschehen indes hat sich Silke Satjukow auseinander gesetzt. Ihre deutsch-deutschen Alltagsgeschichten von 1989 bis 2005 sind tags darauf, am 26. April, zu erleben.

Zwei Bestseller-Autoren beschließen im Mai den literarischen Reigen: Der einstige Dramaturg des Altenburger Theaters, Ingo Schulze, liest am 2. Mai aus seinem autobiografisch inspirierten Buch "Neue Leben". Schulzes lang erwarteter neuer Roman handelt von den Erlebnissen eines Theatermannes und heimlichen Schriftstellers, der in der Wendezeit der Kunst den Rücken kehrt und bei einer neu gegründeten Zeitung anheuert. Bastian Sick, der mit "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" zum bekanntesten Sprachpfleger Deutschlands avancierte, stellt am 17. Mai die zweite Auflage seiner "Zwiebelfisch-Kolumnen" vor: "Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache". Lesung zu Erfahrungen jüdischer Künstler im 20. Jahrhundert, Haus auf der Mauer, 19.30 Uhr Großer Buchverkauf, Volkshaus, Raum 10, 11.00 - 19.00 Uhr Raul Jordan: "Waldmensch", Foyer Abbe-Bücherei 19.30 Uhr Autoren des Lesezeichen e.V. stellen Texte zur Diskussion, Haus auf der Mauer, 11.00 Uhr Gerhard Hörselmann: "Nepal. Ein Tagebuch der Begegnungen", Foyer Abbe-Bücherei, 16.00 Uhr Max Goldt: "Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens", Aula, Universitätshauptgebäude, 20.00 Uhr Gerd Fesser: "1806. Die Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt", im Johannistor, 20.00 Uhr Silke Satjukow: "Nach drüben", Volkshaus, Raum 10, 19.30 Uhr, Ingo Schulze liest "Neue Leben", Volkshaus, Kleiner Saal, 19.30 Uhr, 17. Mai: Bastian Sick: "Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache", Thalia Buchhandlung (Neue Mitte), 20.15 Uhr