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05.01.2013

Literarische Salon-Reihe startet in der Jenaer Villa Rosenthal

von Anne Zeuner TLZ

Neue Lesereihe in der Villa Rosenthal: Anke Scheller (v.l.), Nancy Hünger und Ulrike Ellguth-Malakhov sind die Organisatoren.

Mit neuem Leben soll die Villa Rosenthal künftig durch eine literarische Reihe belebt werden. Beim literarischen Salon sollen zeitgenössische Autoren nicht nur aus ihren Werken vorlesen, sondern vielmehr in einen Dialog mit dem Publikum treten.

Jena. Ein Moderator und begleitende Musik runden den Abend künstlerisch ab. Organisator der Reihe ist der Lese-Zeichen e.V. "Wir wollten vor allem ein Angebot schaffen für die Zielgruppe ab 35 Jahren", sagt Anke Scheller vom Verein. Für Studenten und Kinder sei das Lese-Angebot in Jena bereits vielfältig, ein Angebot für eben diese Generation habe gefehlt. Auf Burg Ranis organisiert der Verein bereits regelmäßig zehn Lesungen im Jahr mit zeitgenössischen Autoren. "Wir dachten uns, dieses Konzept ließe sich doch auch prima inJena umsetzen", sagt Anke Scheller. Und die Villa Rosenthal schien der ideale Ort dafür zu sein, sagt auch Nancy Hünger, einst Stadtschreiberin und somit selbst "ein Kind des Hauses", wie sie sagt. Viel zu lange habe es im Haus keine eigene Lesereihe mehr gegeben, sagt sie. Mit der literarischen Reihe soll auch an die Salonkultur des 19. Jahrhunderts angeknüpft werden und somit an das geistige Erbe Eduard Rosenthals (1853-1926). Rosenthal war bis zu seinem Tod erster Vorsitzender des Jenaer Lesehallenvereins.

Den Auftakt zur Reihe gibt am Freitag, 11. Januar, die Liedermacherin und Autorin BarbaraThalheim mit einer Lesung aus ihrem Buch "Vorm Tod ist alles Leben". Das Buch enthält Songtexte, Noten, Gedanken und Kurzgeschichten. Die Moderation wird Martin Straub, Ehrenamtsvorsitzender des Lesezeichen e.V., übernehmen.

Von seinen Erfahrungen über das Leben in der Provinz berichtet am 8. März Moritz von Uslar. Er liest aus seinem Buch "Deutschboden Eine teilnehmende Beobachtung", für dessen Recherche er in ein brandenburgisches Dorf gezogen ist. "Er hat manchmal ein bisschen eigensinnige Ansichten, die sicher viel Platz für Diskussionen lassen", sagt Anke Scheller.Für den dritten literarischen Salon am 12. April ist Andreas Stichmann eingeladen, der aus seinem Roman "Das große Leuchten" vortragen wird. Die Lesungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Die Anzahl der Sitzplätze ist begrenzt auf 45. Daher lohne es sich, frühzeitig eine Karte zu organisieren. Weggeschickt werde allerdings auch niemand, solange noch Stehplätze frei sind, sagt Ulrike Ellguth-Malakhov, Projektleiterin in der Villa Rosenthal. Eine weitere Lesung ist für Mai geplant, zwei weitere sollen im Herbst stattfinden. Finanziell wird das Projekt durch die Thalia-Buchhandlung, Zeiss und die Sparkasse Jena-Saale-Holzland unterstützt.