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12.01.2013

Liedermacherin Barbara Thalheim begeistert auf Burg Ranis

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Mit ihren Liedern und Anekdoten bescherte Barbara Thalheim den Besuchern der musikalischen Lesung in Ranis einen heiteren Abend. 80 Besucher erlebten die außergewöhnliche Künstlerin, die nicht zum ersten Mal in Ranis war. Foto: Mario Keim

 

Schon mehrere Male war Barbara Thalheim auf der Burg Ranis und im benachbarten Ortsteil Brandenstein zu Gast. Beim jüngsten Auftritt stellte sie unter Beweis, warum sie noch immer auf die Bühne gehört.

 

Ranis. In der Burgstadt stellte sie einst ihre im Jahr 2000 erschienene Autobiografie "Mugge" vor und glänzte später mit dem französischen Komponisten und Akkordeonisten Jean Pacalet, mit dem die Musikern von 1993 bis zu dessen Tod vor zwei Jahren eng zusammen gearbeitet hat.

Doch so vielseitig wie am Donnerstagabend zum Lesekonzert auf der Burg hat das Publikum in Ranis Barbara Thalheim wohl noch nicht erlebt.

Mit ihrem 90-minütigen Auftritt vor 80 begeisterten Zuhörern zeigte die Ausnahmekünstlerin, warum sie nach gut 40 Jahren Tätigkeit noch immer auf der Bühne am besten aufgehoben ist. "Schon fünf Mal habe ich gesagt, dass ich nicht mehr weitermachen möchte", verriet die Berlinern. Vor allem der "persönliche Tsunami durch den Verlust meines besten Freundes", wie sie den Tod von Jean Pacalet bezeichnete, war ein besonders schwerer Einschnitt. Musikerkollegen konnten die 64-Jährige schließlich zum Weitermachen überreden, die selbst sagt: "Außerdem wüsste ich gar nicht, was ich als Rentnerin machen sollte."

Ihrem "Zwilling", wie sie ihren geschätzten Bühnenpartner aus Frankreich gern nannte, hatte sie zu Lebzeiten das Buch "Vorm Tod ist alles Leben" gewidmet. Es enthält neben Liedertexten eigene Kurzgeschichten, aus denen Barbara Thalheim am Donnerstag einige vorstellte. Daneben griff sie immer wieder zur Gitarre, spielte neben älteren Stücken wie das "Tochterlied" und "Als ich 14 war" auch einige aktuelle Kompositionen. Dazwischen trug sie Anekdoten aus dem Musikeralltag und aus ihrem Leben als zweifache Mutter vor. Besonders köstlich kam beim Publikum an, als sie die Jugendweihe-Zeremonie ihrer Tochter schilderte, in deren Verlauf ihr eigenes einst sehr erfolgreiches Lied "Als ich 14 Jahre war" gespielt werden sollte.

"Ich kenne Barbara Thalheim vor allem als Chansonette und Liedermacherin. Allerdings hat sie während der Lesung die Balance zwischen Musizieren und Lesen außerordentlich gut gefunden. Das hat mir gefallen. Alles hat sehr gut zusammen gepasst", fand Manfred Baum aus Ranis den Abend besonders gelungen. Dem langjährigen Besucher der Lesereihe gefällt nicht nur die Abwechslung im Programm, vor allem bei musikalisch-literarischen Veranstaltungen. "Viele Besucher kommen immer wieder hier her. Das führe ich auch auf die persönliche Beziehung zwischen Künstler und Publikum in diesem überschaubaren Raum zurück."