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20.04.2005

Liebengrüner Autorin stellt im Herbst zwei neue Bücher vor

von Dieter Lange Ostthüringer Zeitung

Leben nordamerikanischer Indianer fasziniert Antje Babendererde

"Lakota Moon" heißt das neue Buch der Liebengrüner Schriftstellerin Antje Babendererde, das sie unlängst in Leipzig auf der Buchmesse in einer Lesung der Öffentlichkeit vorstellte.

Auch in diesem, ihrem fünften Roman spielt sich das Geschehen in einem Indianerreservat Nordamerikas ab. In all ihren Werken kommt die Zuneigung gegenüber den amerikanischen Ureinwohnern zum Ausdruck. Dabei fließen persönliche Wahrnehmungen und in Nordamerika gemachte Erfahrungen ein. Personen und Handlungen sind frei erfunden, aber dem tatsächlichen Leben der Indianer entlehnt. Hintergründe sind wahr. Seit 1994 weilte die 41-Jährige schon fünfmal in Amerika und in diesem Jahr geht es erneut über den großen Teich.

Im vorigen Jahr wohnte Antje Babendererde in einem Reservat, war bei zahlreichen armen und besser gestellten Familien zu Gast, erfuhr somit viel über Lebensgewohnheiten mit allen Problemen kennen. "Ich erlebte und verstand alles viel intensiver. Mein Gastgeber, ein ehemaliger indianischer Ranger, erzählte mir von wahren Begebenheiten und bitteren Erfahrungen der Ureinwohner, führte mich an Orte, die Touristen verschlossen bleiben. Dabei wurde mir bewusst, das Indianerthema ist noch lange nicht erschöpft", so die Autorin.

Ihre Romane haben stets einen realistischen Hintergrund, aber, wie sie selbst zugibt, falle es ihr manchmal schwer, objektiv zu bleiben. Es liege ihr dennoch fern, Dinge zu beschönigen. Themen wie etwa Probleme in den Reservaten, mit Umweltschützern, Kontroversen mit Tierschützern und beim Kahlschlag der Wälder finden Erwähnung in ihren Werken.

Der Roman "Der Gesang der Orcas", eine Liebesgeschichte, war bisher ihr am besten verkauftes Buch. Davon sind in dritter Auflage auch ein Taschenbuch und ein Hörbuch erschienen.

Weitere Werke von ihr sind "Der Pfahlschnitzer", "Der Walfänger", "Wundes Land" und "Der Nachtfalke". Vier ihrer Romane waren als Fortsetzungen in der OTZ zu lesen. Ein neues Jugendbuch handelt von Pferden und soll ebenso wie der Roman "Die Suche" noch in diesem Jahr erscheinen. Dieser Roman spielt in Kanada und es geht um einen verschwundenen Indianerjungen. Verlegt werden ihre Bücher im Merlin-Verlag (Lüneburg) und Arena-Verlag (Würzburg).

In den elf Jahren seit ihrer ersten Reise, so schätzt Antje Babendererde ein, habe sich in den Indianerreservaten einiges zum Guten getan. Das Identitätsgefühl der Indianer wachse wieder, sie könnten zum Beispiel studieren. Aber in armen Reservaten gebe es nach wie vor große Probleme mit Alkohol und Gewalt.