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02.03.2006

Leserbrief zu 'Nebel an der alten Grenze / Ein aufschlussreicher Spaziergang entlang der früheren DDR'

von Matthias Biskupek SZ

Leserbrief zu ?Nebel an der alten Grenze / Ein aufschlussreicher Spaziergang entlang der früheren DDR? von Hans-Joachim Föller, SZ vom 27.2.06 S.8

Zum dritten Mal muss ich jetzt die Meinung von Hans-Joachim Föller zum Buch ?Der Grenz-Gänger? lesen. Nach dem ?Tagesspiegel?, Berlin und einer lokalen Jenaer Publikation steht sie fast wortgleich nun auch in der SZ. Gibt es neuerdings eine ?zentrale Argumentation?, wie früher in der DDR, oder hat sich hier nur ein kalter Krieger ins Gebiet der Literaturrezension verirrt?
Der Autor wirft dem Schriftsteller Landolf Scherzer ? kein ?SED-Propagandist?, sondern seit Jahrzehnten literarischer, in der DDR oft gemaßregelter Publizist von Rang ? ?irreführende Zitate? vor. Mit Scherzers ?schlichtem Weltbild? werde ?ein Zerrbild der wirklichen Verhältnisse (konstruiert)?.
Die Wortwahl im Beitrag erinnert mich fatal an einstige parteiideologische Zurechtweisungen, die Schriftstellern schon immer ein falsches Weltbild unterstellten. Man muss auf den Gedanken kommen, Hans-Joachim Föller gehöre der Ideologiekommission der SED-Kreisleitung Hildburghausen an ? doch die hat sich ja zum Glück bereits vor fünfzehn Jahren erledigt.

Matthias Biskupek, Berlin
(Anschrift, Telefonnummer usw. sind aus meiner Webseite www.matthias-biskupek ersichtlich)


Anmerkung: Die Süddeutsche Zeitung hat diesen Brief leider nicht veröffentlicht.