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13.05.2015

Lese-Zeichen e.V. plant dieses Jahr drei Schreibwerkstätten auf Burg Ranis

von Marius Koity Ostthüringer Zeitung

Junge Literaten im Hof der Burg Ranis. Archivfoto: Mario Keim

Für die Schreibwerkstätten des Lese-Zeichen e. V. auf Burg Ranis interessieren sich Kreative aus dem gesamten deutschen Sprachraum. Drei sind für dieses Jahr geplant.

Ranis. Die erste findet Mitte Juni als Programmpunkt der 18. Thüringer Literatur- und Autoren­tage statt, wenn die Schriftstellerin und Literaturtheoretikerin Ann Cotten drei Tage lang ihre Erfahrungen mit Nachwuchs­autoren teilt. Um einen der acht Plätze für das Literatur-Kolleg mit der selbst noch jungen Dichterin und Erzählerin mit amerikanischen Wurzeln haben sich über fünfzig Schreibende aus ganz Deutschland sowie aus Österreich und der Schweiz be­worben, war von Ralf Schönfelder, Projektmanager des Lese-Zeichen e. V. auf der Literaturburg, zu hören. Die ausgewähl-ten Autoren unterschiedlichsten Alters werden in Ranis an eigenen Texten arbeiten, sich Kritik und Diskussion unterziehen, so der Plan. Ein Gedankenaustausch mit Studenten der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die sich mit Ann Cottens bereits mehrfach preisgekröntem Werk beschäftigen, runde das nicht­öffentliche Projekt ab.

Sommerwerkstatt und Frauenwochenende

Die Sommerwerkstatt ist der älteste Kreativkurs auf der Burg, „die schon so manchen Künstler und zahlreiche Autoren inspiriert“ habe, wie der Lese-Zeichen e. V. in seinen Veröffentlichungen gern feststellt. Willkommen seien wie immer junge und jung gebliebene Schreibende mit ihren Gedichten oder Roman-Entwürfen, ambitionierte Fotografen sowie Frauen und Männer, die ihre Gefühle oder Weltbilder in Grafiken, Ma­lereien oder Skulpturen aus­drücken wollen. Auch Comic-Freunden, die Geschichten zeichnen, stehe das Tor der Burg offen. Betreuer sind der Freie Lektor Helge Pfannenschmidt, die Autorin Daniela Danz, der Grafiker Andreas Berner und die Malerin Manuela Hemmann. Die Sommerwerkstatt mit dem Leitmotiv „Art & Wiese“ und mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sowie der Thüringer Staatskanzlei als Mitveranstalter findet vom 12.?bis 16. August statt. Gerechnet wird mit 25 Teilnehmern. Die ersten zehn Anmeldungen von Interessierten aus den mitteldeutschen Bundesländern liegen dem Lese-Zeichen e. V. schon vor, weitere sind bis spätestens 30. Juni möglich.

Gemeinsam mit der Literarischen Gesellschaft Thüringen bietet der Lese-Zeichen e. V. dann eine Textwerkstatt nur für Frauen auf der Burg an. Das dreitägige Seminar leiten die thüringischen Dichterinnen Nancy Hünger, Jahrgang 1981, und Bärbel Klässner, Jahrgang 1960. „Unsere Einladung richtet sich sowohl?an Frauen, die bereits länger literarisch arbeiten und schon publiziert haben, als auch an Frauen, die Lust am Schreiben mitbringen und mit- und voneinander lernen wollen“, teilen die Veranstalter mit. Vom 2. bis 4. Oktober sollen literarische Maßstäbe für Lyrik und Prosa, autobiografische Texte und experimentelle Formen entwickelt werden. Anmeldungen seien bis 31. Juli zu tätigen.

Nach dem überraschenden Auftakterfolg mit der 2014 eingeführten Autorenförderung „Raniser Debüt“ ist man beim Lese-Zeichen e.?V. jetzt gespannt auf den Ausgang der zweiten Auflage. „Wir haben zwar noch nicht so viele Be­werbungen, aber es ist ja noch ein bisschen Zeit“, kommentierte Ralf Schönfelder den aktuellen Stand. Letztes Jahr wollten über 120 Frauen und Männer das „Raniser Debüt“, das schließlich dem in deutscher Sprache schreibenden Serben Denijen Pauljevic aus München ver­liehen wurde. Dieses Format bietet Einsteigern in den literarischen Betrieb mit einem viel­versprechenden Manuskript die mehrmonatige Begleitung durch einen erfahrenen Lektor. Und einen Monat lang kann der Gewinner dieses Stadtschreiber-Nachfolgewettbewerbes kostenfrei in einer der Wohnungen auf Burg Ranis leben. Das Manuskript wird vom Lese-Zeichen e. V. als Buch und eBook herausgebracht. Zwei honorierten Lesungen sind ebenfalls inklusive. Partner des Vereines ist in diesem Fall die Kreisspar­kasse Saale-Orla. Interessierte können ihre Text­proben bis 15.?Juli einreichen. Die Entscheidung der Jury wird im September bekanntgegeben.

„Viele Autoren, die in einer unserer Werkstätten waren, bestätigten uns nachher, dass sie wertvolle Hinweis mitgenommen haben, viele bleiben uns auch verbunden, und sei es als Besucher unserer Veranstaltungen“, resümierte Ralf Schönfelder. Im Verein, dem Andreas Berner aus Wurzbach vorsteht, werde immer wieder mal überlegt, das Programm kreativer Seminare insbesondere in der Kombination Literatur und Kunst aus­zubauen. Ein neues Angebot stehe allerdings nicht im Raum, auch weil neue Projekte meist nur mit neuen Sponsoren machbar seien. Erst?einmal wollen die Haupt- und Ehrenamtlichen des Vereines die 18.?Thüringer Literatur- und Autorentage stemmen, die unmittelbar auf der Burg Ranis vom 11. bis 14.?Juni gefeiert werden.

Weitere Details zu den Werkstätten unter www.lesezeichen-ev.de