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06.11.2002

Lebensleistung und Talent

TLZ

Gotha. (tlz/wifi) Hanns Cibulka und Katja Fellmer erhielten Dienstagabend im Hauptgebäude der Sparkasse den Kultur- sowie den Nachwuchsförderpreis 2002. Während die Jury beim Schriftsteller die Lebensleistung honorierte, würdigte sie bei Katja Fellmer das hoffnungsvolle pianistische Talent.An Hanns Cibulka führte bei der Vergabe des Kreis-Kulturpreises - 13 Vorschläge gab es beim Kulturpreis neun beim Nachwuchs -, in diesem Jahr kein Weg vorbei, sagte ein Jury-Mitglied. Der heute 82-Jährige gilt als der Schriftsteller aus Gotha mit überregionaler Bedeutung. Ute Stadelhofer hob in ihrer Laudatio für den Kulturpreisträger 2002 hervor, dass das literarische Schaffen Cibulkas eng mit seiner Wahlheimat Thüringen verbunden ist. Das so genannte "Grüne Herz" bildet in Cibulkas Werken oftmals den Hintergrund, um Probleme der Sprache, Welt- und Selbsterkenntnis sowie Zweifel an menschlichen Daseinsformen zu formulieren. Bereits zu DDR-Zeiten thematisierte er Umweltprobleme in seinen Schriften. Vor allem mit seinem Rügen-Tagebuch "Swantow" erregte Cibulka großes Aufsehen, weil er darin das ökologische Desaster in der DDR klar benannte. Zu bedeutenden Werken des unentwegten Mahners zählen "Thüringer Tagebücher" oder "Sonnenflecken über Pisa". Das Buch erschien zu seinem 80. Geburtstag. Darin schildert Cibulka Kriegserlebnisse. Zum 80. Geburtstag wurde er mit dem Strittmatter-Preis, dem brandenburgischen Literaturpreis, ausgezeichnet.Am Beginn einer hoffnungsvollen Laufbahn steht hingegen Katja Fellmer (12). Seit ihrem fünften Lebensjahr erhält die Arnoldi-Schülerin intensiven Klavierunterricht an der Weimarer Musikhochschule bei Professorin Sigrid Lehmstedt. In diesem Jahr erspielte sie sich beim Regional- wie Landeswettbewerb "Jugend musiziert" einen ersten Platz. Auf schulischem Gebiet seien Katja Fellmers Leistungen auch lobenswert, betonte Arnoldi-"Chef" Clemens Festtag. Bei Veranstaltungen glänzte sie mit ihrem hervorragenden Klavierspiel. Bereits im vorigen Jahr galt sie als eine Anwärterin auf den Nachwuchsförderpreis.Bei der elften Preisverleihung gab es eine Premiere. Bislang erhielten die Geehrten jeweils eine Kopie des mobilen Würfels des Gothaer Künstlers Hans Reiche sowie eine Zuwendung in Höhe von 1500 Euro. Erstmals verzichtete die Kreissparkasse, die seit 1994 den Nachwuchsförderpreis stiftet darauf. Dafür hob sie das Preisgeld auf ebenfalls 1500 Euro an.