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29.04.2004

Leben, Kultur und viel Gelächter

von vom mgerl Ostthüringer Zeitung

Autor Bernd-Lutz Lange liest aus "Mauer, Jeans und Prager Frühling"

Rudolstadt (OTZ/mgerl). Es war keine Überraschung, dass die Lesung des sächsischen Autors Bernd-Lutz Lange am Dienstagabend in der Rudolstädter Stadtbibliothek ausverkauft war. Schon einmal, vor fünf Jahren, las Lange dort. Am Dienstag stand sein Buch "Mauer, Jeans und Prager Frühling" im Mittelpunkt. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem Lesezeichen e.V. statt .

In der elften Auflage wird das Werk inzwischen gedruckt, 60 000 Exemplare sind verkauft.

Der Plot ist die Kindheit des Autors in der DDR. Erzählt werden Geschichten, die jeder aus der eigenen Ost-Erfahrungswelt kennt. Die Fernsehantenne etwa, mit der man West-Fernsehen empfangen wollte, und deren richtige Ausrichtung auf Westfrequenz allerlei Aufwand erforderte. Oder das Verbot Jeans - besser Nietenhosen - zu tragen. Erst recht nicht gemeinsam mit dem Pionierhemd. Den Nerv des Publikums traf der 60-jährige Künstler, als er spaßig von seiner Schulzeit berichtete.

Lange setzt sich mit Humor mit seiner Kindheit auseinander, die er - wie er sagt - wie einen kleinen Schatz hütet. Pointiert sind seine Geschichten, die noch besser klingen wenn sie in sächsisch gelesen werden. Der Autor macht Witze und die 70 Besucher in der Bibliothek danken es ihm mit viel Beifall.

Ernste Passagen lässt Lange jedoch nicht aus. Während die Zuhörer nach den letzten Anekdoten noch schmunzelnd nach Luft schnappten, lässt der Autor die Stimmung im Saal umschlagen. Er liest einen Teil des Kapitels aus seinem Buch, das von der Leipziger Paulinerkirche handelt, die trotz Ablehnung der Bevölkerung abgerissen wurde.