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19.05.2014

Land will helfen: Ein guter Tag für Ranis und sein Museum

von Sandra Hoffmann Ostthüringer Zeitung

Der Schriftsteller Ingo Schulze hat gestern Vormittag in der Breitenbuchhalle auf Burg Ranis für Burg Ranis gelesen. Sein Honorar spendete er dem Museum und unterstützte damit dessen Erhalt. Foto: Sandra Hoffmann

Das Land Thüringen stellt dem Saale-Orla-Kreis drei Jahre jeweils 50.000 Euro für die Finanzierung des Burgmuseums bereit.

Ranis. Das Museum auf Burg Ranis hat eine Zukunft. Das Land Thüringen wird in den kommenden drei Jahren dem Saale-Orla-Kreis jährlich bis zu 50 000 Euro bereitstellen, damit dieser den Betrieb des Museums sicherstellen kann. In dieser Zeit wird die Stadt Ranis gemeinsam mit Partnern ein tragfähiges Finanzierungsmodell sowie ein modernisiertes Ausstellungskonzept erarbeiten. Inbegriffen sollte dabei auch eine gastronomische Einrichtung auf der Burg sein - ein Wunsch gleich mehrerer Seiten.

"Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Kommunen und das Land eine gemeinsame Aufgabe haben bei der Finanzierung der Museen", hielt der Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Thomas Deufel (SPD), gestern Vormittag auf Burg Ranis während der Festveranstaltung zum Internationaler Museumstag fest. Bewusst hatte der Museumsverband Thüringen am gestrigen Museumstag die öffentliche Aufmerksamkeit nach Ranis gelenkt, denn die finanziell angespannte Lage der Stadt hatte dazu geführt, dass sich diese ihr Museum nicht mehr leisten kann und dessen Schließung drohte.

Das Kultusministerium hat nun mit dem Saale-Orla-Kreis eine Lösung vereinbart. "Es ist nicht die letztlich gültige Lösung, aber für die nächsten drei Jahre springt das Land mit 50 000 Euro ein", kündigte Thomas Deufel an. Damit sei Zeit gewonnen, um einen dauerhaft tragfähigen Finanzierungsweg und ein ansprechendes Museumskonzept zu finden.

Geld allein reiche aber für eine erfolgreiche Museumsarbeit nicht aus, so Thomas Deufel . Seit Jahren würde landesweit mit einem drastisch reduzierten Personalbestand gearbeitet. Museen aber bräuchten gut ausgebildete und auch junge Leute. Deshalb habe das Ministerium ein Volontärsprogramm für Museen aufgelegt, informierte er.

Erleichtert zeigte sich gestern der Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann (CDU). "Es ist uns gelungen, durch intensive Beratungen eine Lösung zu finden", so Thomas Fügmann , dem das Museum auf Burg Ranis in den vergangenen Monaten ebenfalls erhebliche Sorgen bereitet habe. Für die nun anstehende Arbeit zur dauerhaften Sicherung des Museums bot er seitens des Landkreises an, über den Fachdienst Kultur/Tourismus mitzuhelfen, dass das Museum weiter an Bedeutung gewinnt und die Burg mit ihren Möglichkeiten besser zum Tragen kommt.

Dazu würde der Landrat die Burg in Ranis noch auf ganz andere Weise unterstützen, wenn da nicht ein großes Manko wäre: "Es fehlt eine gastronomische Einrichtung", so Thomas Fügmann . Diese jedoch brauche es, zeigte auch der Applaus der Zuhörer. "Ich verspreche, dass ich dann gern mehrere Veranstaltungen des Landkreises hierher gebe, die ich bislang nicht her gebe, weil die Gastronomie fehlt", sagte der Landrat deutlich.

Nach vier Monaten intensiver Gespräche konstatierte gestern auch der Bürgermeister der Stadt Ranis, Andreas Gliesing (Christliche Mitte/Gewerbeverein), froh: "Ein guter Tag für Ranis und ein guter Tag für die Region. Der Patient Museum kann von der Intensivstation geholt werden und die Reha-Maßnahmen beginnen." In den nächsten drei Jahren gelte es nun, gemeinsam mit mehreren Partnern ein Konzept auf den Weg zu bringen und umzusetzen. Dabei sollen auch Kooperationen mit dem Stadtmuseum in Pößneck und mit Schloß Burgk in den Blick genommen werden. Den gestrigen Tag nutzte der Bürgermeister auch, um sich mit Blumen bei seinen engagierten Museumsmitarbeiterinnen Gaby Ellmer, Elke Otto und Elke Francke zu bedanken.