Presse - Details

 
07.03.2008

Längst Verdrängtes kommt wieder an die Oberfläche

von A.Sch. Ostthüringer Zeitung

Lesungen des Leze-Zeichen e. V. auf der Burg
Ranis

Ein unverhofftes Wiedersehen im Getümmel der Berliner Friedrichstraße reißt Albert aus seinem bisherigen Leben. Sein Blutsbruder aus Jugendtagen tritt wieder in sein Blick- und Wirkungsfeld und bringt somit einen Prozess in Gang, der bei Albert längst Verdrängtes an die Oberfläche seines Bewusstseins bringt.
Die Besucher der monatlichen Lesung auf Burg Ranis wurden am Donnerstagabend vom ersten Satz an in die Verstrickungen von Alberts und Wilhelms Lebenslinien hineingesogen. Die Geschichte entblättert Michael G. Fritz in seinem Roman "Die Rivalen" nach und nach. Auf zwei Zeitebenen erzählt, ist es nicht nur die Geschichte von zwei Männern und einer Frau, vielmehr auch die Geschichte des verschwundenen Drei-Buchstaben-Landes.

In in einer sehr klaren Sprache, mit ausgewählten Worten erzählend, war es an diesem Abend ein leichtes für den Autor, die Hörer an seine Geschichte zu fesseln. Leicht verwundert stellte er nach der Lesung fest, es seien sogar Bücher verkauft worden. Michael G. Fritz äußerte sich auch überrascht über die hohe Besucheranzahl - von gut 40 Leuten - für einen so unbekannten Autor, wie er einer sei. Damit zeigt sich einmal mehr, dass das Publikum der monatlichen Lesungen auf Burg Ranis ein ganz Besonderes ist.

Die Lesung war fürs erste die letzte, die letzte in den Räumen des Museums Burg Ranis, denn der Lese-Zeichen e. V. zieht in den restaurierten und sanierten Südflügel der Burg um. Die monatlichen Lesungen und alle weiteren Veranstaltungen des Lese-Zeichen e.V. werden künftig in den neuen, alten Räumen stattfinden.

Der Südflügel wird übrigens heute in einer Woche feierlich eröffnet und für die Liebhaber hochkarätiger Literatur sei noch einmal auf die Lesung am kommenden Sonnabend aufmerksam gemacht: Am 15. März um 19.30 Uhr wird die Literaturpreisträgerin Sigrid Damm ihren neuesten Roman "Goethes letzte Reise" vorstellen. Er erzählt von der Reise, die der Dichterfürst mit seinen Enkeln Wolfgang und Walther vom 26. bis 31. August 1831, zu seinem 82. Geburtstag und ein halbes Jahr vor seinem Tod, nach Ilmenau unternimmt.