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13.03.2008

Kunst für die Seele

von Sandra Hoffmann Ostthüringer Zeitung

Landrat a.D. Walter Peter aus Herschdorf stellt Malereien im Museum der Burg Ranis aus

Von OTZ-Redakteurin Sandra Hoffmann Ranis. "Kunst bildet Seele und Geist", sagt Walter Peter. Er weiß darum aus Erfahrung. Seit er ein Kind war, hat er sowohl schöne als auch schwer zu ertragende Eindrücke in Bildern begreifbar werden lassen. Halt hat ihm die Malerei damit in tiefen Lebenseinschnitten geben können und eine Vielzahl an Werken ist im Laufe seines Lebens entstanden. Einen Einblick in seine Arbeiten der vergangenen 50 Jahre gibt Walter Peter jetzt in einer Ausstellung auf der Burg Ranis. "Malereien in Öl und Kreide" ist ihr Titel und wird am Samstag, 15. März, um 14 Uhr im Museum der Burg eröffnet.
"Ich freue mich, dass mir die Stadt Ranis die Möglichkeit für eine Ausstellung gibt", sagt Walter Peter, der in der hiesigen Region vor allem als Landrat a.D. bekannt ist. Am 6. Juni 1990 hatte ihn der Kreistag in das Amt des Landrates gewählt. Nach der Gebietsreform 1994, mit der die drei Landkreise Pößneck, Schleiz und Lobenstein zum Saale-Orla-Kreis zusammengeschlossen wurden, saß der Politiker noch bis 1999 für die CDU im Kreistag. Familiäre Gründe ließen ihn dann kürzer treten. Doch Engagement im Ehrenamt ist für Walter Peter eine Haupttriebskraft und so ist der 70-Jährige derzeit als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Altenburg tätig und außerdem Mitglied der Goethe-Gesellschaft.

Zu Hause ist der aktive Ruheständler in Herschdorf. Hier hat er sich auch ein kleines Atelier eingerichtet. "Vielleicht hätte ich die Malerei gern professionell betrieben", überlegt Walter Peter, der aber Kaufmann wurde. "Die Zeiten in den 50er/60er Jahren waren nicht leicht", begründet er die damalige Entscheidung. Dabei hatte ihm sein zeichnerisches Können schon in der Schule manche Aufmerksamkeit gebracht. "Ich durfte in der Schule geometrische Zeichnungen an der Tafel machen. Es war schön, wenn der Lehrer sagte: Komm vor!", erinnert sich Walter Peter. Das Talent des Jungen war auch seinem ersten Zeichenlehrer nicht verborgen geblieben.

Frühzeitig war die Bildsprache für Walter Peter ein Ausdrucksmittel. "Mein Urgroßvater hat mir, als ich noch nicht lesen konnte, österreichisch-ungarische Geschichten vorgelesen und über Bilder gab ich wieder, was ich gehört hatte", beschreibt er. Seine erste Ausstellung gestaltete er als Kind 1944 in einem Krankenhaus im Sudetenland. Nach einem Unfall lag er damals im Krankenhaus und zeichnete die ebenfalls dort versorgten verwundeten Soldaten. "Der Umgang der Soldaten mit mir hatte mich beeindruckt", nennt Walter Peter seinen einstigen Beweggrund. Die Zeichnungen wiederum beeindruckten die Schwestern und den Oberarzt.

Noch heute nimmt Walter Peter auf, was ihn berührt und ihm gefällt. Viel davon findet er seit je her in der Natur. "Das Schönste war, wenn wir im Zeichenunterricht in die Natur durften, um zu zeichnen. Das war für mich ein Erlebnis und das ist es heute noch", sagt er. Doch nicht nur Landschaften machen sein umfangreiches Schaffen aus, auch Porträts und Stilleben, Miniaturen und Handschriften sowie moderne Stilrichtungen finden sich darunter. Ebenso vielseitig sind die Techniken, denen sich Walter Peter bedient. Pastell, Öl, Feder und Bleistift - alles ist dabei. "Meine Lehrmeister waren die Zeichenlehrer, wenn sie gut waren", sagt der Hobbymaler, der sich vieles aber auch selbst aneignete, durch Ausprobieren oder auch durch Fachbücher. Diese Vielseitigkeit in Technik und Inhalt und deren Entwicklung über Jahrzehnte wird die Ausstellung in Ranis dokumentieren.Es geht mir darum, kreativ zu bleiben.

Walter Peter