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09.02.2008

Kräuterschnaps und Theaterblut in Ranis

von Anke Scheller Ostthüringer Zeitung

Kräuterschnaps und Theaterblut in Ranis

Matthias Biskupek liest vor 70 Zuhörern
Ranis (Sche.). Ein Streifzug durch den Thüringer Kräutergarten, so war es versprochen für den Donnerstagabend auf Burg Ranis. Wanderführer: der kräuterkundige Matthias Biskupek.

Beim Streifzug durch das Gebiet zwischen Rennsteig und Saale konnte man allerhand Merkwürdiges erfahren, was man sonst nur in Märchen- und Sagenbüchern, aber nicht vor der eigenen Haustür erwartet. Wunderliche Kreaturen leben im Schwarzburgerland, Rasselböcke, die Probleme haben mit zugereisten Wolpertingern, Dilltapen oder dem türkischen Ülmtülp. Thüringer Olitätenhändler, die kostbare Lebenselixiere und Wundermittel auf ihrer Hucke durch die Wälder tragen. Doch es gibt nicht nur wunderliche Gestalten im Thüringer Land. Die Einheimischen verstehen, wie man einen Exportschlager braut und in Indianerfläschchen füllt, eine Rauschverlängerungsanlage baut und die Zutaten für eine echte Pilssuppe zubereitet. Auch an der längsten Biertafel der Welt hält sich der lokalpatriotische Thüringer wacker, selbst wenn er sich den Gefahren von "Fremdgebräuten" aussetzen muss. Wen nun die Neugier gepackt hat und wissen will, was im Garten vor seiner Haustür passiert, sollte zu Biskupeks Buch greifen und durch den Thüringer Kräutergarten wandern.

Nach diesen Einblicken gewährte Biskupek den rund 70 Besuchern der Lesung noch einen Blick hinter die Kulissen des Rudolstädter Theaters der 1970er Jahre. In der "moralischen Anstalt hat Biskupek seine Zeit an diesem Haus festgehalten und einen Roman "mit richtigen Requisiten, letzten Vorhängen und Theaterblut geschrieben.