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05.07.2005

Konflikte noch immer aktuell

von Frank Quilitzsch TLZ

Weimar. (tlz/fqu) Mit einer Reihe von Veranstaltungen würdigen ab Donnerstag das Thüringer Filmbüro Kromsdorf und das Kommunale Kino im "mon ami" Weimar das filmische Werk des Weimarer Schriftstellers und Drehbuchautoren Wolfgang Held, der am 12. Juli 75 Jahre alt wird. Im Zentrum der von Gesprächen begleiteten Filmwoche steht Helds bekanntester Streifen "Einer trage des anderen Last", bei dem Lothar Warnecke Regie geführt hat - zu sehen ist der Film am Donnerstag und Freitag, jeweils 10 Uhr und 19.30 Uhr, im "mon ami" wie auch bei der Lese-Film-Nacht für Schüler im Schloss Kromsdorf.

Die humorvoll erzählte, in den fünfziger Jahren angesiedelte Geschichte einer Annäherung zwischen einem jungen Volkspolizisten und einem Vikar in einem Sanatorium für Tuberkulose-Kranke hatte vielen DDR-Bürgern Ende der 80er Jahre Hoffnung gegeben. Das Thema - Versöhnung jenseits von Ideologien - ist noch immer aktuell. Die Hauptdarsteller, Manfred Möck und Jörg Pose, gewannen 1988 auf der Berlinale den Silbernen Bären. Viele Jahre hatte das von Wolfgang Held verfasste Szenarium auf Eis gelegen, ehe die DDR-Zensurbehörde, die Hauptverwaltung Film, 1986 endlich grünes Licht gab. Im Anschluss an die Vorführung am Donnerstagabend im "mon ami" gibt es ein Gespräch mit Wolfgang Held, das von Albrecht Börner moderiert wird.

Das "mon ami" zeigt weitere Filme nach Drehbüchern Helds: "Schüsse unterm Galgen" aus dem Jahr 1967 nach Motiven von Stevenson (13. Juli), den Partisanenfilm von 1990 "Lasst mich doch eine Taube sein" (11./12. Juli) und den ´69 entstandenen Gegenwartsfilm "Zeit zu leben".

Am 11. Juli, dem Vorabend seines Geburtstages, wird um 19 Uhr im Schloss Kromsdorf Helds letzter Fernsehfilm "Silberdistel" gezeigt, 1992 in der Regie von Hans Werner mit Petra Kleinert und Manfred Heine in den Hauptrollen gedreht. Der Regisseur, Darsteller Heine sowie Helmut Morsbach von der Defa-Stiftung nehmen an der Filmvorführung wie auch an der Eröffnung der Ausstellung "Gesichter der Defa - Porträts & Interviews" teil.

Die Filmtage werden zusammen mit der Stadt Weimar und der Literarischen Gesellschaft Thüringen ausgerichtet. Am 11. Juli zeichnet der Oberbürgermeister der Stadt Weimar Wolfgang Held für sein Lebenswerk mit der "Goldenen Ehrennadel" aus.