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10.12.2002

Kommt der Mond in den Himmel?

von Rita Specht TLZ

"Opa, wer hat den Mond geklaut?" Einen Mix aus Phantasie, Märchen und Wirklichkeit trug TLZ-Autor und Thüringen-Freund Geert Müller-Gerbes beim "Märchenhaften Abendessen" seinen erwachsenen Zuhörern mit großem Erfolg vor. Jetzt sind die Kleinen dran.

Jena. (tlz) Der Mond steht wie eine goldene Kugel am Himmel - warum ist der eigentlich so dick? Hat er womöglich zuviel gegessen? Und wenn er plötzlich weg ist, ist er dann gestorben? Und im Himmel? Könnte ja sein, denn die Menschen sagen, wer stirbt, kommt in den Himmel.

Fragen von solcher Brisanz, die sich Erwachsene nicht mehr zu stellen wagen, beantwortete gestern Abend höchst amüsant der Journalist, Moderator und langjährige TLZ-Kolumnist Geert Müller-Gerbes. Der gebürtige Jenaer, den die TLZ und der Verein Lesezeichen als Schirmherrn für die 8. Thüringer Märchentage gewannen, stellte in einer Vorpremiere vor 45 Gästen im Jenaer Steigenberger Maxx-Hotel sein Kinderbuch "Opa, wer hat den Mond geklaut?" vor - einen Mix aus Phantasie, Märchen und Wirklichkeit. Das Buch soll im Januar in der Edition "Riesenrad" des Xenos-Verlags erscheinen.

65 Jahre musste der Vater von vier Kindern und Opa zweier Enkel werden (die allerdings noch zu klein zum Fragen stellen sind), um den Kopf frei zu bekommen, all das einmal aufzuschreiben, was ihm schon lange auf der Seele brannte. Fragen wie die, ob die Sonne schwimmen kann, wenn sie "untergeht", hält Müller-Gerbes "für wesentlich wichtiger als die danach, ob Deutschland Mitglied im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen ist".

Dass in Thüringen der Lesezeichen-Verein und die TLZ, dass sich langjährige Sponsoren wie Maxx-Hoteldirektor Jürgen C. Kramer oder neue wie das Unternehmen Griesson in Kahla dafür engagieren, dass Kindern vor dem Weihnachtsfest Märchen erzählt werden, das sei "ganz unglaublich bemerkenswert", sagt er.

In einer Zeit, in der man Geschriebenes "auf der Ebene von Dieter Bohlen serviert bekommt - einfach zum Weglaufen", sei es ganz besonders wichtig, Lesen und Zuhören zu fördern. Und Märchen seien ein Schlüssel dafür, der auch so manchem Erwachsenenherz wieder den Weg zum Buch öffnet.

Passend zur weihnachtlichen Märchenzeit gestern auch die Küche: Zu isländischen Geschichten von Andreas vom Rothenbarth servierte der Koch zum Nachtisch Pfannkuchen aus Island.