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08.10.2016

Jongeblod liest auf Burg Ranis aus seinem Erstlingswerk

von Marcus Pfeiffer Ostthüringer Zeitung

Lars Jongeblod, hier an der Ilsenhöhle, verbindet Ranis mit seinem ersten Roman. Foto: Marcus Pfeiffer

Lars Jongeblod ist Schrift­steller. Der Lese-Zeichen e. V. gab ihm die Chance, seinen ­ersten Roman auf Burg Ranis zu schreiben. „Über die Zäune“ heißt er und das Buch ist auf der Zielgerade angelangt.

Ranis. "Ich bin so unendlich dankbar, dass ich die Möglichkeit erhielt, meinen Roman hier schreiben zu dürfen", sagte Lars Jongeblod. Am Donnerstagabend stellte er sein kurz vor der Vollendung stehendes Buch "Über die Zäune" auf Burg Ranis vor. Er las zwei Ausschnitte vor, die viel Lust auf das bald fertige Buch machten.

Der im westfälischen Hagen geborene Autor ist über das Förderprogramm "Raniser Debüt" des Lese-Zeichen?e.?V. und der Kreissparkasse Saale-Orla in die Burgstadt gekommen.

Er bewarb sich mit einem ­kurzen Textabschnitt um das ­offenbar attraktive Stipendium und setzte sich gegen 100 andere Interessierte durch.

Lars Jongeblod schwärmte von der Arbeit auf der Burg: "Im Juli und Anfang August durfte ich in der Autoren­wohnung über dem Eingangsportal der Burg Ranis wohnen. Darunter ist die Ilsenhöhle. Man trifft hier auf 40?000 Jahre Menschheitsgeschichte — das war unglaublich inspirierend."

Der Autor umschrieb den ­Inhalt seines Buches so: "Es geht hauptsächlich um Begegnungen. Drei Jugendliche, die ­außerhalb der Gesellschaft ­leben, fahren mit einem Auto von Stadt zu Stadt. Dort treffen sie unterschiedlichste ­Menschen und erleben allerlei Abenteuer. Am meisten aber ­begegnen sie sich selbst. ­Vielleicht aber auch nicht", machte es Lars Jongeblod ­spannend. "Nicht nur für die Leser soll das Geschehen eine Überraschung werden", fuhr er fort. "Das war ich ebenso. Ich wusste vorher nicht, wohin die Reise der Charaktere geht."

Lars Jongeblod sagte weiter, dass das Buch für ihn selbst eine lange und anstrengende Reise gewesen sei. Er sei nur seinem inneren Bedürfnis zum Schreiben gefolgt und habe sich dabei selbst gefunden.

Der Titel "Über die Zäune" sei bewusst vieldeutig gewählt. Nicht nur die Charaktere im Buch würden über Zäune schauen, diese übertreten oder an ihnen scheitern, weil die Umfriedungen unüberwindlich sind. Auch Jongeblod selbst habe bei der Arbeit am Buch oft vor Hindernissen gestanden, wie er erzählte.

Spannend und gut zu schreiben, sei harte Arbeit – sei ein Handwerk, dass er sich erst einmal beibringen musste.

Nach eineinhalb Monaten war der Wahl-Berliner am ­Donnerstagabend wieder in ­Ranis, um sein Buch etwa vierzig Interessierten vorzustellen. "Ich bin ehrlich – ich vermisse Ranis sehr", sagte Lars Jongeblod.?"Diese Ruhe, diese Abgeschiedenheit, dieser Schutz der Mauern", schwärmte er. "Es ist schön wieder hier zu sein."

Nach der Lesung wurde er ­gefragt, wann denn sein Buch ­erscheinen werde. "Wenn mein Lektor Helge Pfannenschmidt und ich das Gefühl haben, dass es fertig ist", lautete die Antwort. "Geht alles gut, ist es im ­Dezember soweit." Deshalb wird Jongeblod im Januar ­wieder in die Burgstadt ­kommen. Dann will er seine Freude über seinen Erstling im Gasthaus Zur Schmiede mit den Ranisern teilen.