Presse - Details

 
25.07.2014

Jenaer Schülerinnen erarbeiten Radiosendung über Schillers Leben

von Stefanie Bühlchen TLZ

Paula Kaiser, Francine Kansy, Isabelle Scheller und Emily Helbig (von links) probieren sich während der Kinderferienradiowoche des Offenen Kanal Jena im Schreiben mit Feder und Tinte aus. Foto: Stefanie Bühlchen

Sieben Jenaer Schülerinnen erkunden während der Kinderferienradiowoche des Offenen Kanal Jena (OKJ) den Alltag von Friedrich Schiller in seinem Jenaer Gartenhaus.

Jena. Hochkonzentriert sitzen die sieben Schülerinnen am Tisch in Schillers Gartenhaus. Sie haben Federn in der Hand, die sie immer wieder behutsam in das kleine Tintenfässchen tunken, das in der Mitte steht. Anschließend wandert, nach sanftem Abstreichen des Federkiels, das Schreibinstrument zum Blatt Papier. Manche malt ein Bild, andere verfassen einen Text. So hat also Schiller seine Werke verfasst: Mit Tinte und Feder.

Die sieben Jenaer Schülerinnen erkunden während der Kinderferienradiowoche des Offenen Kanal Jena (OKJ) den Alltag von Friedrich Schiller in seinem Jenaer Gartenhaus. Dort hat der Dichter die Sommer 1797 bis 1799 verbracht. Was aber hat Schiller dort getan? Und wie war der Alltag der kleinen Familie?

Spielerisch werden die Schüler an Schillers Gartenhausjahre herangeführt. Der Fokus liegt dabei auf den drei Sommern, die Schiller mit seiner Familie im Jenaer Anwesen verbracht hat. Dort entstanden bedeutende Werke, wie der Wallenstein und ein Großteil seiner Balladendichtung. Von großer Bedeutung war dabei auch Schillers Freundschaft zu Goethe: Sie lasen sich gegenseitig ihre Werke vor und gaben sich hilfreiche Hinweise und Anregungen zur Verbesserung. "So geht die Dreiteilung des Wallenstein auf Goethes Hinweis zurück", sagt Christine Hausmann vom Verein Lesezeichen. Anhand von ausgewählten Werken und Briefen, die Schiller und seine Frau Charlotte verfassten, sollen die Schülerinnen selbstständig erarbeiten, was Freundschaft damals bedeutete und wie sie heute ihre eigenen Freundschaften wahrnehmen.

Vom Garten bis zum Arbeitszimmer und vom Kinderzimmer bis zur Zinne sollen schlussendlich alle Entdeckungen hörbar gemacht werden. Und so erkunden die Schülerinnen das Leben und Umfeld Schillers mit dem Mikrofon: Das Geräuschfeld der damaligen Zeit war ein anderes. Kutschen prägten die Straßen, Strom gab es nicht, Heizungen auch nicht. "Insgesamt war es viel leiser", sagt Christine Hausmann. In den Vordergrund müssen für die Radiosendung also andere Geräusche gerückt werden: etwa das Knarzen der Dielen, das Kratzen der Feder auf dem Papier und das Klackern der Pferdehufe auf der Straße.

Ziel der Woche, die die Schülerinnen lieber in Schillers Gartenhaus als im Freibad verbringen, ist eine einstündige Radiosendung zu erstellen. Dafür bekommen die Radiomacherinnen sogar einen Sprechworkshop. Schließlich sollen sie ihre eigens konzipierte Sendung auch selbst moderieren.Das Besondere daran fasst Christine Hausmann zusammen: "Die Schüler lernen nicht nur selbst etwas über Schiller, sondern erfahren auch, wie sie das Gelernte anderen Hörern vermitteln können." Inhaltlich strukturiert sich die Radiosendung an Bausteinen Alltag, Familie, Finanzen und vielem mehr.

Die Kinderferienradiowoche entsteht in Kooperation zwischen dem medienpädagogischen Projekt Rabatz des OKJ, dem Verein Lesezeichen und mit Nancy Hünger von Schillers Gartenhaus.

Die Sendung wird am Samstag, 23. August, im OKJ zu hören sein.