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02.11.2011

Iris Berben und Thomas Thieme beim 17. Lesemarathon in Jena

von Lioba Knipping

Ein eingespieltes Team, nicht nur in der Krimi-Serie "Rosa Roth": Iris Berben und Thomas Thieme begeisterten am Abend das Jenaer Publikum mit Texten aus dem Hörbuch "Dinge, die wir vermissen werden" von TLZ-Kulturredakteur Frank Quilitzsch. Foto: Peter Michaelis

Vor der großen Volkshaus-Bühne, auf einem eigens errichteten Podest, standen am Abend lediglich zwei dunkelgrau umhüllte Tische und zwei Stühle für die Akteure, die schon voller Spannung erwartet wurden - Iris Berben und Thomas Thieme. Und schnell wurde klar: Die beiden sind ein eingespieltes Team - nicht nur in der ZDF-Krimiserie "Rosa Roth", sondern nun erstmals auch auf einem Hörbuch. Dieses erlebte am Abend in Jena seine "Uraufführung" - im mit 500 Gästen fast voll besetzten Volkshaussaal. Jena. Im Rahmen des 17. Jenaer Lesemarathons präsentierten Berben und Thieme "Dinge, die wir vermissen werden" von TLZ-Kulturredakteur und Autor Frank Quilitzsch - ein Hörbuch, das sie im Frühjahr dieses Jahres in Berlin eingelesen hatten und das im Oktober bei Random House erschienen ist.

Die beiden Schauspieler nahmen ihre Zuhörer mit auf eine Zeitreise der besonderen Art - auf eine Reise in die persönlichen Erinnerungen, auf eine Reise zu den Dingen, die einst lieb und teuer waren, die heute jedoch längst von anderen Dingen verdrängt wurden und in Vergessenheit geraten sind. Wenn Thomas Thieme also mit leicht verrauchter, schon fast erotischer Stimme von seinen Nächten mit "Erika" spricht, mit der er ein besonderes Verhältnis hatte und bei der das Auspacken schon eine intime Handlung gewesen sei, dann könnte man fast meinen, er spricht von einer Frau und nicht von einer Schreibmaschine. Schauspielerisches Talent eben, gepaart mit der sprachlichen Brillanz eines Frank Quilitzsch.

 

Eine gute Stunde lang lasen die beiden - im Wechsel und im Dialog: die Berben mit klarer, artikulierter Stimme, hier und da mit Händen gestikulierend: vom De-Luxe-Korbkinderwagen anno 1957 und von Schallplatten, die mehr Kinder verhütet haben als die Pille. Die Texte hatte Quilitzsch zuvor selbst ausgesucht. Natürlich kamen Berben/Thieme um eine Zugabe nicht herum. Und am Schluss standen die Gäste Schlange, um sich ihr Hörbuch signieren zu lassen.

Für seinen Dank an die beiden Schauspieler hatte Quilitzsch sich etwas Besonderes einfallen lassen: Für Iris Berben hatte er einen Dederon-Beutel besorgt und diesen mit handgeschöpftem Büttenbriefpapier gefüllt. Und für Thomas Thieme, der trotz längerer Staus doch pünktlich in Jena angekommen war, gabs zwei Kunstfasernetze, eines mit einer Flasche "Rosenthaler Kadarka" und eines mit einer Flasche "Stierblut".