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28.04.2011

Im Rachen des Sonnengottes

von Ilona Berger Ostthüringer Zeitung

Student Moritz Gause organisiert in Jena mit Gleichgesinnten Lesungen für junge Autoren. Foto: Ilona Berger

Jenaer Student Moritz Gause veranstaltet mit Gleichgesinnten Lesungen für junge Autoren

 

Etwas eingeschlafen war die Lesereihe "Lautschrift" für junge Autoren in Jena. Moritz Gause hat sie 2009 mit Gleichgesinnten Johannes Lange und Romina Voigt wiederbelebt. Acht Mal im Jahr können Poeten ihre Texte im Kunsthof der Uni-Stadt dem Publikum vorstellen, unter anderem die Preisträger des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen. Am 15. Mai laden die Organisatoren erneut ein. Safiye Can stellt ihre Lyrik vor. Außerdem wird Jan Volker Röhnert zu Gast sein. Bei dem in Gera geborenen Literaturwissenschaftler und Autor "haben wir Schreiben gelernt", sagt Moritz Gause. "Eigentlich ist diese Veranstaltung eine Nachwuchslesung. Aber wir wollen einen Mann vorstellen, dem wir eben unsere erste Schritte verdanken." Nicht immer sind alle Plätze im Kunsthof besetzt. Aber das stört die Literaten weniger. Sie freuen sich über das regelmäßige Forum. Texte von drei bis vier Lesungen finden auch Eingang in das Heftchen "Lautschrift". Im Sommer (10. Juli) und kurz vor Weihnachten erscheint es. Dabei erfahren die engagierten Leute um Moritz Gause finanzielle Unterstützung von kulturellen Stiftungen. "Mir liegt Literatur sehr am Herzen. Es wäre schade, wenn die Texte in der Schublade vergammeln würden", begründet der Student der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft seine Begeisterung. Gauses Veröffentlichungen entdeckt man im "Literaturboten" und im "Palmbaum", wie "While Sunrice": "Ein philosophisch gesonnener Brummifahrer pinkelt dem Sonnenuntergang in den Rachen." Der umtriebige Student hat sogar mit Freunden für ein Internet-Blogprojekt aus skurrilen Berliner Polizeimeldungen Improvisationen verfasst. Dreimal beteiligte sich Moritz Gause bei Ausschreibungen des Jungen Literaturforums, dreimal mit Erfolg. In diesem Jahr gehört er mit seiner Lyrik wieder zu den Besten. Das Preisträgerseminar ist der Anreiz zur Teilnahme. "Durch die Gespräche lerne ich, mich bei meinen Texten in eine andere Perspektive hineinzudenken." Für Lyrik sieht Moritz Gause eine "große Notwendigkeit", weil "viele Augenblicke aufgeschrieben werden müssen." Mit Leben umschreibt der gebürtige Berliner die Thematik, mit der er sich befasst. Dazu zählt Gause zwischenmenschliche Beziehungen wie Eifersucht, aber auch Naturschönheiten.

Lesung junger Autoren 15. Mai, 20 Uhr, Kunsthof Jena