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20.08.2004

Ihre Erzählkunst war in Thüringen beliebt

TLZ

Jena. (tlz) Wenige Tage vor Vollendung ihres 76. Lebensjahres starb am 16. August die Märchenerzählerin und Märchenforscherin Margarete Möckel, teilte der Lese-Zeichen e. V. Jena mit. Möckel war Trägerin des Thüringer Sagen- und Märchenpreises 2003. "In ihrer Erzählkunst verbinden sich Güte und Freundlichkeit mit einer hohen Sprachkultur. Das konnte man in Thüringen immer wieder erfahren, ob in Meiningen oder Masserberg, Jena oder Friedrichshöhe, Rudolstadt, Ranis oder anderen Orts", wird in einem Nachruf die Erzählkunst der Verstorbenen gewürdigt.

Möckel erzählte schlicht, genau, voller Mitmenschlichkeit, und ging so den Märchen auf den Grund. Gleich nach der Wende nahm sie von ihrem damaligen Wohnsitz im bayerischen Pommersfelden Kontakte zu den Märchenenthusiasten der Noch-DDR auf. Später unterstützte sie den Lese-Zeichen e. V. bei der Durchführung der Thüringer Märchentage. In ihren Märchenprogrammen erzählte Margarete Möckel Bekanntes und Unbekanntes, etwa auch jene Märchen, die von den Brüdern Grimm nicht in ihre Sammlungen aufgenommen wurden, und legte wissenschaftliche Arbeiten über das Märchen vor.

Noch im Mai diesen Jahres sprach Margarete Möckel, von schwerer Krankheit gezeichnet, auf der Frühjahrstagung der Europäischen Märchengesellschaft, deren langjährige Vizepräsidentin sie war. Margarete Möckel war eine tapfere Frau. Von ihr konnte man lernen, wie mit Unabwendbarkeiten zu leben ist.