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21.02.2002

Holm Kirsten sprach in Ohrdruf über Weimar

Thüringer Allgemeine

Holm Kirsten begann seinen Vortrag zum Thema "Weimar im Banne des Führers" am Mittwochabend in der Aula des Gymnasium Gleichense mit einem Verweis auf sein Seelenleben. "Gemischte Gefühle" habe er, weil er in Ohrdruf über Weimar spreche, sagte der Historiker und Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Buchenwald.

Kirstens Unbehagen hatte einen nachvollziehbaren Grund: Ohrdruf. Die Stadt war nicht nur eine der ersten Städte in Deutschland, die Hitler zum Ehrenbürger machte. 1932, noch vor der Machtergreifung. "Es gab hier eines der schlimmsten KZ-Außenlager der Nazi-Zeit. Mindestens in Thüringen." sagte Kirsten. Er empfinde es daher als seltsam, dass er nur über die Rolle Weimars im Dritten Reich spreche.

Ob denn die NPD, die Bundesinnenminister Schily ja verbieten lassen will, und die NSDAP wirklich vergleichbar seien? wollte jemand aus dem Publikum wissen. Kirstens Antwort: "Ja. Es gibt keine wesentlichen Neuerungen. Weder das Gedankengut noch die Splittergruppen innerhalb der Partei sind neu. Aufbau und Organisation der beiden Parteien stimmen nahezu überein."

Den eigentlichen Grund, warum er nach Ohrdruf gekommen war, gab Kirsten also zum Schluss: Sein Thema ist aktuell. Auch in Ohrdruf.