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24.04.2009

Hohe Kosten verhindern mehr Veranstaltungen

von Sandra Hoffmann Ostthüringer Zeitung

Zudem fehlt Gastronomie auf Burg Ranis

Ranis (OTZ/sh). Auf die Burg Ranis könnten weitaus mehr Veranstaltungen gebracht werden, als es derzeit möglich ist. Der Lese-Zeichen e.V. als Nutzer des Südflügels der Burg sei in der Lage, mehr Veranstaltungen zu organisieren, wenn für ihn die Kosten auf der Burg zu tragen wären. Ein weiteres Manko sei die fehlende Gastronomie auf der Burg. Das war am Mittwochabend in einer Gesprächsrunde mit dem Kultusminister des Freistaates Thüringen, Bernward Müller (CDU), zu hören, der auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Gottfried Schugens auf der Burg Ranis zu Gast war.
Die bisherigen Nutzungsschwerpunkte der seit 1994 mit 7,6 Millionen Euro sanierten Burg Ranis sind das Museum, für das die Stadt Ranis verantwortlich zeichnet, und die Literaturakademie des Lese-Zeichen e.V. mit Sitz in Jena. Der Verein, der auf der Burg eine Kulturmiete in Anspruch nehme, stecke jedoch in einem Dilemma, wie dessen Vorsitzender Andreas Berner sagte. "Je mehr Veranstaltungen wir hier machen würden, desto höher würden die Mieten", so Andreas Berner. Der Verein habe keine Einnahmen, ist kein kommerzielles Unternehmen. Die mehr als 30 Sponsoren, mit denen der Lese-Zeichen e.V. zusammenarbeite, bezahlen den Inhalt einer Veranstaltung, nicht die Infrastruktur, erläuterte er. "Wir könnten mehr machen, aber dann ist Schluss mit der Rechnung", sagte der Vereinsvorsitzende. "Wenn wir eine Lösung finden, könnten wir auf der Burg weit mehr auf die Beine stellen."

Dr. Martin Straub, Geschäftsführer des Lese-Zeichen e.V., nannte genaue Zahlen. Miete der Verein den großen, 150 Plätze bietenden Saal mit Technik für zehn Veranstaltungen, koste das 5130 Euro. "Das ist für einen Verein viel", stellte er klar. Die Einnahmen der Veranstaltungen deckten die Miete nicht. Mit dem Eintrittspreis von sechs Euro pro Lesung und den entsprechenden Ermäßigungen könne nicht viel höher gegangen werden. Bei Spitzenveranstaltungen wie den Literaturtagen nehme der Lese-Zeichen e.V. allerdings einen höheren Eintritt. "Man kann hier nicht das Eintrittsniveau vertreten, wie es in Jena möglich ist", sagte Dr. Martin Straub. Die monatliche Lesung auf der Burg fände ohne den Sponsor GGP Media nicht statt, verdeutlichte er.

Kurzfristig sollte die Initiative ergriffen werden, Gastronomie auf der Burg zu etablieren, sprach CM/GEV-Stadtrat Andreas Kastner ein weiteres Problem an. Er kenne die Burg nicht ohne Gastronomie und in der Umgebung sei Entwicklung in der Gastronomie zu sehen, beispielsweise auf Schloss Brandenstein mit dem Schlosscafé. "Auch ein Gastronom hat Interesse, Gäste über Veranstaltungen anzuziehen", ergänzte Bürgermeister Andreas Gliesing. "Damit könnten wir einen großen Schritt weiterkommen", glaubt er.