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16.05.2014

Hoffnung für das Museum auf Burg Ranis

von Sandra Hoffmann Ostthüringer Zeitung

Frank Barnicol-Oettler zeigt Ganzsachenumschläge U 1 der DDR in verschiedenen Ausführungen und mit einem Zudruck der früheren AG Philatelie Ranis versehen. Die Sonderschau "30 Jahre Sonderbriefmarke Ranis und Pößneck" ist zum Museumstag am Sonntag und noch bis 1. Juni geöffnet.Foto: Mario Keim

Zum internationalen Museumstag am kommenden Sonntag richtet der Museumsverband Thüringen gemeinsam mit mehreren Partnern eine zentrale Festveranstaltung in der Burgstadt aus. Für das Museum wird ein Rettungspaket vorgestellt.

Ranis. Für den Erhalt des Museums auf Burg Ranis zeichnet sich eine Lösung ab. Das von mehreren Partnern erarbeitete Rettungspaket wird am Sonntag, 18. Mai, auf der zentralen Festveranstaltung des Museumsverbandes Thüringen e.V. anlässlich des internationalen Museumstages auf Burg Ranis vorgestellt.

"Im Ergebnis der intensiven Gespräche der beteiligten Partner gibt es nun berechtigte Hoffnung auf eine Fortsetzung des Museumsbetriebes", zeigt sich der Bürgermeister der Stadt Ranis, Andreas Gliesing (Christliche Mitte/Gewerbeverein) zuversichtlich. Aufgrund der defizitären Haushaltslage der Stadt hatte sich der Raniser Stadtrat schweren Herzens entschieden, den jährlichen Zuschuss von rund 50"000 Euro für sein bedeutendes Museum zu streichen. Das bedeutet zugleich die Schließung des Museums zum 1."November dieses Jahres.

Für den Erhalt des Museums hat sich daraufhin ein breites Bündnis formiert, denn zum einen verfügt das Museum "über zwei einmalige Sammlungen, die viel zu wenig bekannt sind", schätzt Holger Nowak, Geschäftsführer des Museumsverbandes Thüringen, ein. "Die Sammlung seismologischer Geräte ist weltweit sogar einzigartig", betont er. Und die Sammlung zur Ur- und Frühgeschichte besitze ebenfalls herausragende Objekte. Zum anderen ist die Burg in Ranis auch als Literaturburg und Veranstaltungsort für Lesungen und Begegnungen mit Schriftstellern überregional bekannt.

Das in den vergangenen Wochen von Holger Nowak mit vielen Partnern entwickelte Rettungspaket, habe im Kern ein neues Museumskonzept zum Inhalt. "Es geht darum, die beiden Sammlungen und die zu erarbeitende Burggeschichte zeitgemäß zu präsentieren, kulturtouristisch zu vermarkten und eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben", erläutert er.

Seitens des Landrates des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann (CDU), wird die Stadt Ranis intensiv bei ihren Bemühungen zur Aufrechterhaltung des Museumsbetriebs unterstützt. "Die Kreisverwaltung arbeitet gemeinsam mit der Stadt Ranis und dem Thüringer Kultusministerium intensiv an einer Lösung für die dauerhafte finanzielle Absicherung des Weiterbetriebs des Museums", informierte Thomas Fügmann . Der Landkreis werde nach seinen Möglichkeiten "alles tun, um dieses wichtige Museum zu unterstützen und den Kulturort Burg Ranis für die gesamte Region weiter zu erhalten".

Auftakt für den langen Weg einer zumindest relativ gesicherten Zukunft des Museums und der Burg Ranis macht am Sonntag eine Benefizveranstaltung zugunsten des Museums. Dazu lädt der Museumsverband Thüringen gemeinsam mit dem Lese-Zeichen e.V., der Stadt Ranis und weiteren Partnern ab 11"Uhr in die Breitenbuchhalle von Burg Ranis ein.

Schirmherr ist Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie (SPD), der sein Kommen angekündigt hat. Auch der Landrat wird erwartet.